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Mittendrin Kurz und schmerzlos: Gesetzesänderung verpflichtet Hundehalter zum Chippen und Versichern
Mehr Mittendrin Kurz und schmerzlos: Gesetzesänderung verpflichtet Hundehalter zum Chippen und Versichern
14:18 08.03.2012
Dr. Ulrike Sommer-Radschat und Tierarzthelferin Maren Hiestermann mit Leo Quelle: Amelie Thiemann
Celle Stadt

Leo sitzt unsicher auf dem Behandlungstisch in der Tierärztlichen Klinik von Dr. Ulrike Sommer-Radschat im Celler Hehlentorgebiet. Er schaut umher, weiß nicht genau, was auf ihn zukommt. Beruhigend spricht Dr. Sommer-Radschat auf ihn ein, Tierarzthelferin Maren Hiestermann streichelt Leo, krault ihn. Die Tierärztin nimmt eine Spritze mit einem kleinen Transponder und injiziert den kleinen Chip in Leos linken Nackenbereich. Leo guckt nur kurz, was ihn da gepiekt hat, da ist die Prozedur allerdings schon vorbei. Zur Belohnung gibt es noch einen Hundekeks.

Unter Leos Haut ist nun der Mikrochip zu finden, mit Hilfe eines Lesegeräts wird die 15-stellige Nummer sichtbar. Diese ist weltweit einzigartig und nur Leo zugeordnet. „Jetzt muss man den Hund mit seiner Chipnummer noch beim Deutschen Haustierregister oder Tasso registrieren“, erläutert Sommer-Radschat. Die zentrale Registrierung ist kostenlos und wichtig, damit jeder Tierarzt, auch in entfernteren Städten und im Ausland, den Hund seinem Besitzer zuordnen kann. „Ohne die zentrale Registrierung taucht die Chipnummer nur beim behandelnden Tierarzt im Computer auf. Läuft der Hund weg, bringt das nicht viel.“

Seit Juli 2011 schreibt das Niedersächsische Hundegesetz vor, dass alle Hunde ab einem Alter von sechs Monaten gechippt und haftpflichtversichert sein müssen.

Die Gemeinde Winsen kontaktierte kürzlich alle Hundehalter direkt und forderte dazu auf, Chipnummer und eine Kopie des Versicherungsscheins des Hundes einzureichen. „Wir haben alle Hundebesitzer angeschrieben, deren Hunde bei uns gemeldet und hundesteuerpflichtig sind“, sagt Ute Harms von der Ordnungsabteilung der Gemeinde Winsen. So soll die neue Pflicht von jedem Hundebesitzer umgesetzt werden.

Sommer-Radschat bestätigt, dass nach der Änderung des Hundegesetzes viele Halter ihren Hund haben chippen lassen. „Auch schon sehr alte Hunde wurden noch gechippt, Pflicht ist Pflicht.“ Das Chippen ist ähnlich wie eine Impfung, die Hunde spüren kaum oder nichts von dem Vorgang. Auch Bedenken, dass der Chip den Hund verletzen kann, räumt die Tierärztin aus: „Der Chip ist so positioniert, dass er nichts verletzt. In seltenen Fällen wandert der Chip, aber auch dann braucht man sich keine Sorgen machen.“

Sie findet die neue Pflicht gut: „Das Chippen ist gleichzeitig an eine Haftpflichtversicherung gekoppelt. Besonders wichtig und sinnvoll, falls die Tiere einen Unfall verursachen.“ Das Chippen kostet in der Regel etwa 35 Euro, eine Versicherung jährlich ab 50 Euro. Amelie Thiemann

Von Amelie Thiemann