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Mittendrin Lachendorfer Papierfabrik meldet Patent an
Mehr Mittendrin Lachendorfer Papierfabrik meldet Patent an
17:46 14.08.2017
Ob Beipackzettel oder Muffincups (links), die Lachendorfer Papierfabrik produziert immer wieder neue Papiere. Bei der Herstellung von Papier kommen Filmpressen (oben) zum Einsatz. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Lachendorf

„Davon wissen wir ein Lied zu singen“, sagt der Geschäfts-führer der Lachendorfer Papier-fabrik Drewsen-Spezialpapiere, Matthias Rauhut, und der technische Leiter, Dr. Ludger Benien ergänzt: „Zum Glück können wir auf das Know-how unserer Mitarbeiter und unser Spezialwissen bei der Papierherstellung bauen.“ So sei es jetzt nach etwa einjähriger Entwicklung gelungen, ein hundertprozentig biologisch abbaubares fettdichtes Papier herzustellen, für das bereits ein Patent angemeldet wurde. „Das ist eine echte Innovation“, lobt Benien den gesamten Entwicklungsprozess in dem Lachendorfer Unternehmen und unterstreicht das Alleinstellungsmerkmal.

Die fettdichten und fluorchemikalienfreien Papiere werden in der Lebensmittelverpackungsindustrie eingesetzt und stehen in direktem Kontakt mit Nahrungsmitteln. „Für uns ist gerade für diese Papiere die maximale Verbrauchersicherheit und die vollständige biologische Abbaubarkeit unabdingbar“, betont Rauhut.

Mit Maisstärke und Tonerde beschichten die Lachendorfer Papierhersteller die Basispapiere hauchdünn, um so die erforderliche Fettdichtigkeit zu erreichen. Anstelle einer heute üblichen Beschichtung auf Kunststoffbasis wird die Barriere mit natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen erreicht. Zu Papierbeuteln und –tüten für Backwaren und Fastfood, als Einschlagpapier für den Gastronomie- und Lebensmittelbereich, zu Butterbrotpapier und auch zu Gebäckkapseln oder Tortenunterlegern werden die Papiere verarbeitet.

Hinzu komme, dass auch die Ansprüche und Anforderungen an eine ökologisch vertretbare Produktion ständig steigen.

Ein weiteres interessantes Produktfeld sind die Papiere, die für Beipackzettel für Arzneimittel hergestellt werden: „Diese Papiere sollen sehr dünn, aber dennoch nicht durchsichtig sein, damit sie nach dem Bedrucken auch deutlich und ohne den kleinsten Fehler gelesen werden können“, fasst Rauhut die besonderen Kriterien der Pharmaindustrie zusammen. „Nur wer hohe Produktqualität garantiert und liefert, kann auf dem immer schwieriger werdenden Markt bestehen“.

Um Produkte liefern zu können, die bedenkenlos im Bereich der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden können, hat Drewsen-Spezialpapiere als Teil der gesamten Lieferkette bestimmte Hygienestandards zu erfüllen. Damit dies gewährleistet werden kann, wurde ein Hygienemanagementsystem eingeführt, das die Anforderungen der EG-Verordnung über Lebensmittelhygiene erfüllt. Das System wurde kürzlich von der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen zertifiziert. Rauhut: „Damit wurde ein wichtiger Meilenstein im Hinblick auf die Vermarktung von Lebensmittelpapieren, aber auch von Sterilisationspapieren und medizinischen Verpackungen erreicht.“

Von Lothar H. Bluhm