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Mittendrin Lehrlinge in Celle gesucht
Mehr Mittendrin Lehrlinge in Celle gesucht
17:51 13.06.2016
Kürzlich fand in der CD-Kaserne die „maxxy Messe BERUF“ statt. An ihren Ständen versuchten die Unternehmen wie hier die Cellesche Zeitung mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

Nach dem aktuellen Stand sind in Celle bisher im kaufmännischen Bereich rund vier Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen worden, als im Vorjahr. „Besonders schwierig ist die Situation bei Hotellerie und Gastronomie“, stellt Heidrun von Wieding, Referentin für Aus- und Weiterbildung in der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHK) fest. Dafür seien aber im gewerblich-technischen Sektor bisher zehn Prozent mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen worden. „Es tut sich momentan aber sehr viel“, sagt von Wieding, die in der Celler IHK-Geschäftsstelle tätig ist.

Wie eine Ausbildungsumfrage des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertags zeigt, fehlten 73 Prozent der Unternehmen mit Besetzungsproblemen die geeigneten Bewerber. Ein Viertel gab an, gar keine Bewerbungen auf die angebotenen Ausbildungsplätze bekommen zu haben. „Die Ursachen dafür sind vielfältig“, sagt Volker Linde, Leiter des Bereichs Aus- und Weiterbildung der IHK. „Gerade im ländlichen Raum macht sich der demografische Wandel bemerkbar.“

Die Umfrage, an der sich auch Celler Unternehmen beteiligten, habe aber auch gezeigt, dass junge Menschen oft keine klaren Berufsvorstellungen haben. Oft wüssten sie nicht, welche Chancen und vielfältigen Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten eine duale Berufsausbildung ihnen bietet. Dabei gilt: „Wer eine duale Ausbildung erfolgreich abschließt, kann mit dem Zeugnis bei Arbeitgebern kräftig punkten“, so der Ausbildungsexperte. Denn gut 73 Prozent der Unternehmen vertrauen dem Berufsabschlusszeugnis, wenn es um die Einschätzung von Kompetenzen geht.

Für den operativen Geschäftsführer der Celler Agentur für Arbeit Celle, Andreas Geier, ist wichtig, dass auch berufliche Alternativen aufgezeigt werden: „Nach wie vor sind bei den Jugendlichen eher wenige Berufe im Fokus der Berufswahl.“ Es gebe aber zu etlichen Ausbildungsgängen interessante Alternativen mit einem ähnlichen Tätigkeitsfeld.

Momentan ist viel Schwung im Stellenmarkt. Oft könne man mit Motivation und gutem Auftreten Arbeitgeber von sich überzeugen. „Und auch ein Ferienpraktikum bei einem Ausbildungsbetrieb kann Türen öffnen“, ergänzt Gerhard Durchstecher, Geschäftsführer des Jobcenters im Landkreis Celle. Freie Ausbildungsstellen sind insbesondere im Einzelhandel vorhanden, im Gastronomiebereich und im Handwerk.

Einen Trend zu weniger Ausbildungsstellen, dann aber mit guten Übernahmeaussichten im Betrieb stellt Marion Meyer, Ausbildungsberaterin für kaufmännische und gastgewerbliche Berufe bei der IHK-Geschäftsstelle Celle, fest: „Kaufmännische Betriebe bilden teilweise für den eigenen Bedarf aus.“ Ursache dafür sei der demografische Wandel. So könne auch dem erkennbaren Fachkräftemangel entgegen gewirkt werden. Gleichzeitig sei es eine größere Zukunftschance für Auszubildende. „Es gibt den Trend in Unternehmen: ‚Die sollen bleiben.‘ “ Seite 11

Von Lothar H. Bluhm