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Mittendrin „Marketing für sich selbst betreiben“
Mehr Mittendrin „Marketing für sich selbst betreiben“
17:14 24.02.2012
Celle Stadt

Jeder, der schon einmal eine Bewerbung geschrieben hat, kennt das Gefühl: Auf dem PC-Bildschirm wartet eine große weiße Seite darauf, mit mehr Inhalt als nur „Sehr geehrte Damen und Herren“ gefüllt zu werden. „Der Bewerber muss im Anschreiben Marketing für sich selbst betreiben“, bringt Fürstenhof-Celle-Direktor Ingo Schreiber seine Erwartung an die Bewerbung auf den Punkt. Doch gerade jungen Menschen fällt dies oft schwer. Praktische und mentale Vorbereitung wirkt Wunder: Wer sich mit seinen Plänen intensiv beschäftigt, überzeugt sowohl beim Anschreiben, als auch im Bewerbungsgespräch.

Bei Bewerbungsanschreiben achtet der Direktor des Fürstenhofs vor allem auf ehrliches Interesse am Beruf. „Bei manchen Bewerbern hat man das Gefühl, sie würden Passagen dem Internet kopieren“, kritisiert Schreiber die Austauschbarkeit vieler Motivationsschreiben. Deswegen sei es wichtig, unbedingt im Anschreiben ausführlich den Grund der Bewerbung zu erwähnen. „Man muss merken, dass jemand heiß auf die Stelle ist“, erläutert er. Auch auf die sorgfältige Anlage der Bewerbungsmappe wird geachtet: Bereits ein Rechtschreibfehler bedeutet den Todesstoß.

Für den Inhalt der Bewerbung gilt es, eigene Stärken zu erkennen: Egal, ob es früher in Mathe oder Physik schlechte Noten hagelte. Es gilt der Grundsatz, dass jeder ein Talent besitzt. Die zweite binomische Formel ersetzt angeborene Hilfsbereitschaft nicht. Wer im Umgang mit den schwierigsten Menschen eine Engelsgeduld an den Tag legt, kann beispielsweise Erfüllung in der Betreuung finden. Schon im Bewerbungsanschreiben sollten solche Stärken hervorgehoben werden. In der Regel hat ein Personalchef schließlich nur wenige Seiten Text, um eine ganze Person einschätzen zu können. Persönlichkeit und Stärken dürfen daher auf keinen Fall zu kurz kommen. „Idealerweise erzählt man im Anschreiben eine kleine Anekdote, warum man sich für den Job geeignet hält“, rät der Hotel-Direktor.

Für den Bewerber ist es auch beim Bewerbungsgespräch wichtig, sich vorzubereiten. Bei fast allen Personalchefs herrschen Standardfragen wie „Was wissen Sie über das Unternehmen?“ vor. Dieses Fachwissen sollte dem Chef aber nicht aus Ehrfurcht vorgeflüstert werden. „Man benötigt Selbstvertrauen und ein sicheres Auftreten mit angemessener Kleidung“, weiß Schreiber aus Erfahrung. „Der erste Eindruck zählt: ob beim Anschreiben oder dem persönlichen Gespräch." Wer mit Überzeugung für sein Ziel eintritt, kann dies viel besser vermitteln. So wird die eigene Unsicherheit beseitigt und der Weg ins erfolgreiche Berufsleben geebnet.

Von Andre Batistic