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Mittendrin Materialversagen verhindern: Pilotprojekt in Celle gestartet
Mehr Mittendrin Materialversagen verhindern: Pilotprojekt in Celle gestartet
15:58 02.02.2015
    Bohrlochkopf für Gasförderung Quelle: Picasa
Celle Stadt

„Wie kriegen wir die Lebensdauer der Materialien in den Griff?“ Mit dieser Frage beschäftigt sich das gemeinsame Projekt von Wissenschaft und Industrie, das jetzt mit einem Workshop in Celle begann und überregionale Bedeutung hat. Die Auswahl der geeigneten Materialien sei für den wirtschaftlichen Erfolg von Geothermie-Projekten entscheidend, ist sich die Branche einig.

Immerhin könne die Temperatur des durch Geothermie geförderten Wassers bis zu 280 Grad Celsius betragen, sagt Wolfgang Genannt, Vorstandsmitglied des Vereins GeoEnergy Celle. „Das sind ganz andere Voraussetzungen als im Bereich der Erdgas- und Erdölförderung: Da müssen die Werkstoffe angepasst und optimiert werden.“ Darum startete jetzt vom Drilling Network Niedersachsen (DNN) das Kooperationsprojekt, in dessen Verlauf Materialprüfungen und -verbesserungen durchgeführt werden.

„Versagen die Materialien, sind ein Austausch oder die Instandsetzung nur mit sehr hohem Aufwand möglich oder gar völlig ausgeschlossen“, stellte Oliver Thiele von DNN bei der Projekteröffnung in Celle fest. Er unterstrich gleichzeitig, dass die spezifische Geologie in Norddeutschland mit ihren besonderen Gegebenheiten intelligente Konzepte und auch neue Materialien für die Rohrleitungs- und Wärmeübertragungssysteme erfordere. Die DNN besteht aus verschiedenen Unternehmen der Branche und wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Die Forschungsexpertise werde durch das Zusammenwirken verschiedener niedersächsischer Hochschulen gesichert, sagt Thiele.

Das Projekt begann jetzt bei einer zweijährigen Laufzeit mit einem Workshop in Celle. Es wird im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand der Bundesregierung gefördert. „Wer mit der kontinuierlichen Forschung und Entwicklung aufhört oder sie reduziert, verliert den Wettbewerb – und damit den Markt“, skizziert Carsten Braun, Geschäftsführer des Projektpartners Hartmann Valves GmbH, die Situation. Deshalb nehme sich sein Unternehmen gemeinsam mit der KVT Kurlbaum AG aus Osterholz-Scharmbeck und dem Institut für Dynamik und Schwingungen der Technischen Universität Braunschweig dieser Material-Problematik an. „Unser Ziel ist es, technisch zuverlässige Hochleistungswerkstoffe und Kombinationen zu finden, mit denen Probleme in diesem Zusammenhang verhindert werden.“ Als Spezialist für Kugelhähne und Bohrlochkomplettierungen ist das Unternehmen mit Sitz in Celle und Ehlershausen weltweit anerkannt.

Von Lothar H. Bluhm