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Mittendrin Neue Wirtschaftsförderin in Winsen
Mehr Mittendrin Neue Wirtschaftsförderin in Winsen
18:03 31.10.2016
Freut sich auf ihre neuen Aufgaben im Winser Rathaus: Wirtschaftsförderin Madlen Bluhm. Quelle: Lothar H. Bluhm
Winsen (Aller)

In Winsen sei mit fast 1300 Gewerbetreibenden bereits ein gutes Potenzial vorhanden. Es gelte, diese bestehenden Betriebe zu unterstützen und somit die Standortbedingungen zu verbessern. Gleichzeitig könne man sich für Neuansiedlungen öffnen. „Dafür ist es wichtig, eine zentrale Stelle zu haben, in der sämtliche Belange koordiniert werden können.“

Dass die Gemeinde Winsen bereits auf einem guten Weg ist, zeige die positive Entwicklung des Gewerbesteueraufkommens in den vergangenen fünf Jahren. Der Anteil am Gesamteinnahmevolumen habe sich von 14 auf 20 Prozent erhöht. „Mit rund 3,6 Millionen Euro haben sich die Gewerbesteuereinnahmen seit 2011 fast verdoppelt“, so Oelmann.

Mit ersten Gesprächen bei Gewerbeverein und Unternehmen will die neue Wirtschaftsförderin Madlen Bluhm zunächst ihre Bestandsaufnahme beginnen und ein Netzwerk aufbauen: „Ich will reinhören, wo bei Unternehmen eventuell der Schuh drückt.“ Oft fehle es an kompetenter Beratung, weil in manchen Betrieben Rechtskenntnisse nicht in dem erforderlichen Umfang vorhanden seien. Wirtschaftsförderung bedeute auch Ortsentwicklung, unterstreicht Bluhm und sieht viele Berührungspunkte auch zu den inhabergeführten Unternehmen, die ganz viel für den Ort machen und ihn prägen. Bisher halte sich der Leerstand von Gewerbeflächen in Grenzen: „Leerstand bringt keinem was“, sagt die Wirtschaftsförderin.

Auch aus ihrer langjährigen Tätigkeit als stellvertretende Leiterin des Bauamtes will sie Themen setzen, zu denen sie mit Unternehmen ins Gespräch kommt. Der Breitbandausbau, EU-Förderprogramme und Kooperation im Aller-Leine-Tal gehörten bereits bisher zu ihren Aufgaben. „Man muss die Gemeinde Winsen als Ganzes sehen“, sagt Bluhm und weist darauf hin, dass die Möglichkeiten für Neuansiedlungen in Winsen oder Erweiterungen von bestehenden Betrieben verbessert werden müssen: Weil das Gewerbegebiet „Taube Bünte“ ausgebucht ist, soll es als „Taube Bünte West“ Richtung Bannetze erweitert werden. Dieser bereits angelaufenen Planung widersprechen Berechnungen, nach denen das Areal bei einem Jahrhunderthochwasser der Aller überflutet werden würde. „Das Gewerbegebiet ‚Taube Bünte West‘ hat für uns nach wie vor oberste Priorität“, betont Oelmann, der eine Alternative im Gewerbegebiet Am Rathberg am Weißen Stein zwischen Südwinsen und Hornbostel sieht. „Das ginge aber nur mit Abholzungen.“

Bluhm ist seit 2002 bei der Gemeinde Winsen beschäftigt. Nach ihrer Elternzeit und Ordnungsamtstätigkeit ist sie nun auf der dem Bürgermeister direkt unterstellten Stabstelle tätig. Auch da werde deutlich, dass die Wirtschaftsförderung in Winsen Priorität hat, sagt sie.

Von Lothar H. Bluhm