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Mittendrin Niederdeutsche Sprache in den Schulen im Landkreis Celle fördern
Mehr Mittendrin Niederdeutsche Sprache in den Schulen im Landkreis Celle fördern
18:21 30.06.2016
Eversen

Seitdem das Kultusministerium mittels Erlass beschlossen hat, die Region und ihre Sprachen im Unterricht zu fördern, sind bereits viele „Starterschulen“, die begonnen haben, niederdeutsche Projekte in den Schulalltag zu integrieren, dazu gekommen, berichtet Hieronimus.

Mit der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen wurde 1999 bereits das Ziel gesetzt, die kleinen Sprachen in Europa zu erhalten. Der Erlass „Die Region im Unterricht“ möchte darüber hinaus „bereits vorhandene Sprachkenntnisse, die im Elternhaus oder in Kindertagesstätten erworben wurden, fördern, erweitern und vertiefen sowie Schülern, die noch über keine Sprachkenntnisse verfügen, den Spracherwerb ermöglichen.“

Es gibt im Rahmen der Beratungstätigkeit auch die Auszeichnung „Plattdeutsche Schule“, die Schulen verliehen werden kann. „Dafür muss man allerdings das Plattdeutsche im Schulprogramm verankern und ein Fach in Platt unterrichten“, berichtet Hieronimus. Seit vergangenem Jahr hat auch die Grundschule Eversen diese Auszeichnung. Hieronimus unterrichtet die niederdeutsche Sprache nicht nur in der Plattdeutsch-AG, sondern lehrt das Fach „Textiles Gestalten“ komplett auf Plattdeutsch.

Die Fachberater der Landesschulbehörde kümmern sich um Schulen, die diese Regionalsprache auch im Unterricht einbringen möchten. Zwei Mal im Jahr tauschen sich die Berater untereinander aus. Sie übersetzen Texte ins Plattdeutsche, die im Unterricht verwendet werden können, setzen Projekte in Schulen um und bieten auch Sprachkurse sowie Weiterbildungen an. Das Niedersächsische Kultusministerium stellt der Landesschulbehörde zur Förderung der Sprachbegegnung und des Spracherwerbs zudem ein Stundenkontingent pro Schuljahr zur Verfügung.

Die Berater wirken zudem an regionalen und landesweiten Wettbewerben mit und gestalten verschiedene Imagekampagnen an Schulen. Sie erheben Daten in den von ihnen betreuten Landkreisen, schreiben jährliche Berichte an ein Aufsichtsgremium und halten Kontakt zum Lüneburgischen Landschaftsverband. Für den Landkreis Celle ist Maria Lembeck (Telefon (05826) 7376, maria.lembeck@web.de) zuständig.

Von Jessica Poszwa