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Mittendrin Ohne Stiche durch den Sommer
Mehr Mittendrin Ohne Stiche durch den Sommer
16:24 06.08.2010
Celle Stadt

Sie gelten als lästige Nebenerscheinung des Sommers und als angriffslustig, doch aggressiv sind sie nur, wenn sie bei ihrem Rundflug gestört werden. Mücken- und besonders Wespenstiche sind sehr schmerzhaft. Wer einmal gestochen wurde, kann vor allen Dingen für Wespen nicht mehr viel Verständnis und Vertrauen aufbringen, doch besonders diese Unsicherheit führt zu einem größeren Risiko, gestochen zu werden. Ist es passiert und der Stachel sitzt, gilt es , wichtige Aspekte zu beachten:

Erste Hilfe: Bewährt haben sich die alten Hausmittel. So kann man beispielsweise eine aufgeschnittene Zwiebel aus dem Kühlschrank auf die Einstichstelle legen. Sie hat einen kühlenden Effekt und die Schwellung sowie der Juckreiz gehen schnell zurück. „Ebenfalls wirksam sind kühlendes Antihistaminikum-Gel und Kühlpacks. Diese sollten jedoch in ein Tuch eingewickelt und nicht direkt auf die Einstichstelle gelegt werden.“, weiß die Celler hausärztliche Internistin Dr. Antje Pauly. „Tabletten sollten erst nach der Absprache mit einem Arzt genommen werden.“, so Pauly weiter.

Allergien erkennen: Für Menschen, die auf Wespenstiche nicht allergisch reagieren, ist ein Stich unbedenklich, solange er sich nicht am Kopf oder im Hals- und Rachenraum befindet. Sticht ein Insekt im Mund oder Hals zu, ist es wichtig, sofort den Notarzt zu rufen. Je mehr Zeit vergeht, desto stärker können die Gefäße anschwellen und es kommt zur Atemnot. Eine Allergie zeigt sich, wenn ausgeprägte lokale Reaktionen auftreten. Kreislaufstörungen und Atemnot deuten ebenfalls auf eine Überreaktion hin“, sagt Pauly.

Stiche vorbeugen: Um Wespen- oder andere Stiche zu vermeiden, gilt es, besonders beim Essen und Trinken im Freien ein wachsames Auge zu haben. Süße Speisen sollten immer abgedeckt sein. So sinkt das Risiko, dass eine Wespe in den Rachenraum gelangt und die Tiere werden nicht vom Geruch angelockt. Zuckerhaltige Getränke sollten ebenfalls abgedeckt werden. Wer viel im Garten sitzt, kann ein Sträußchen Basilikum aufstellen oder eine halbe Zitrone mit Gewürznelken spicken. Diese intensiven Gerüche sind für Wespen unangenehm.

Um sich vor Mücken zu schützen, sollte man auf stark zuckerhaltige Getränke verzichten. Nach Angaben von Experten sei besonders das „süße Blut“ bei den Tieren sehr beliebt. Über Duftstoffe in der Luft erschnüffeln sie dabei ihre Opfer.

Toleranz zeigen: Natürlich sind Gestochene von den Insekten nicht begeistert, aber die Angst, gestochen zu werden, ist oftmals viel zu groß und unbegründet. Bei näherem Hinsehen fällt auf, dass Wespen uns andere Plagegeister wie Fliegen vom Leib halten. Die Arbeiterinnen transportieren sie als Nahrung ins Wespennest.

Wenig Mücken: „Meine Beobachtungen zeigen, dass es dieses Jahr weniger Mücken und Wespen im Celler Raum gibt“, sagt der Biologe Dr. Werner von der Ohe aus dem Institut für Bienenkunde. Seine Beobachtungen decken sich mit denen vieler Bürger. „Das geringe Auftreten der Mücken wird an der Trockenheit der letzten Wochen liegen. Warum es dieses Jahr weniger Wespen zu geben scheint, kann man pauschal nicht sagen“, so von der Ohe weiter. Hinzukommend gibt es Unterschiede zwischen dem Stadtgebiet und den Dörfern. Augenscheinlich tummeln sich mehr Wespen in den ländlichen Gebieten.

Von Maren Lehmann