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Mittendrin Wie weit kommt man in Celle beim verpackungsfreien Einkaufen?
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10:16 29.06.2018
Quelle: Hanna Pralle
Celle Stadt

70 Prozent der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt und in jedem dieser Quadratkilometer der Meere schwimmen hunderttausend Teile Plastikmüll, berichtet WWF. Schildkröten halten Plastiktüten für Quallen und Seevögeln verenden mit kleinen Plastikteilen in ihren Mägen. Plastikmüll ist ein Problem, das auch Verbraucher in Celle beschäftigt. In Folie gewickelte Bananen, eingeschweißte Biogurken und aufwendige Verpackungen von Fertigmenüs – im Supermarkt entkommt man der Verpackung fast gar nicht. Besser klappt das auf dem Celler Wochenmarkt, auch wenn es hier und da noch Ausnahmen gibt.

Haferflockenlose kaufen

Eine Reaktion zum klassischen Supermarkt sind in vielen Großstädten Unverpackt-Läden. Die Einzelhandelsgeschäfte bieten ihr gesamtes Sortiment lose, ohne jegliche Umverpackungen an. Die Kunden bringen Gläser oder Butterbrotboxen mit, in die dann die gewünschten Lebensmittel wie Mehl oder Müsli abfüllt werden können.

Der Celler Bioladen Ökokost bietet schon seit zwei Jahren zumindest einige Lebensmitteln wie Nudeln, Haferflocken oder Gummibärchen verpackungsfrei an. Inhaber Jörg Stolte erklärt: „Das Bewusstsein für plastikfreies Einkaufen ist auf jeden Fall da. Allerdings kaufen bei uns momentan eher ältere Leute unverpackt ein.“ Dass vom Kunden mitgebrachte Gefäß wird vor dem Befüllen abgewogen, um später das Gewicht der Füllmenge zu bestimmen. Wer gerade kein Gefäß zur Hand hat, kann alternativ auf ausgelegte Papiertüten zurückgreifen.

Als Anbieter von unverpackten Lebensmitteln sei vor allem die ordnungsgemäße Kennzeichnung der jeweiligen Lebensmittel wichtig. „Wir dürfen die Behälter mit den Lebensmitteln erst wieder auffüllen, wenn diese komplett leer sind“, erklärt Stolte.

Wochenmarktstatt Supermarkt

Auch wenn auf dem Celler Wochenmarkt viele Waren verpackungsfrei erhältlich sind, wandern Obst und Gemüse noch häufig in Plastiktüten von Verkäufer zu Käufer. Und dass, obwohl es schon seit längerem die Aktion mit der Mehrwegtasche „Celler Tüten SparerIn“ gibt. Claudia Klingemann von der Schlachterei Klingemann steht jede Woche auf dem Markt. „Wir haben Kunden, die ihre eigenen Gefäße mitbringen, um Plastikmüll zu vermeiden. Wir achten aber auch selbst darauf, weniger Plastikmüll zu produzieren. Bei Fleisch mit Marinade ist das allerdings schwierig sodass wir weiterhin Plastikfolie verwenden“, erzählt Klingemann.

Auch bei Käse tritt das Verpackungsproblem auf. Frank Hensel von „Hensels Käsemarkt“ meint: „Ich wäre froh, wenn jeder Kunde sein eigenes Gefäß mitbringen würde. Wir könnten Materialkosten sparen und gleichzeitig natürlich weniger Müll produzieren.“ Doch aus gutem Grund wird der Käse in der Auslage mit Plastikfolie eingewickelt. „Wenn wir die Folie weglassen, trocknet der Käse aus und trockenen Käse möchte natürlich niemand essen“, sagt Hensel.

Trotzdem ist die Annahme von selbst mitgebrachten Gefäßen auf dem Wochenmarkt gesetzlich eine Grauzone. Die Marktleute müssen sicherstellen, dass die Gefäße sauber sind und den Hygienestandards entsprechen. Klingemann erklärt: „Viele der Marktleute nehmen keine fremden Gefäße an, da es gesetzlich einfach nicht richtig geregelt ist und sie die Verantwortung nicht übernehmen wollen.“

AlternativeDrogerieprodukte

Jede Menge Plastikmüll können auch all die mit nach Hause bringen, die in Drogeriemärkten einkaufen. Von der Zahnpasta über das Shampoo bis hin zum Badezusatz – viele Artikel sind in Plastik verpackt. Wie eine Rückbesinnung auf frühere Zeiten mutet da das Angebot im Celler Reformhaus Ende an: Shampoo in Seifenform. Inhaberin Stefanie Ende erzählt: „Wir haben seit drei Monaten ein komplett Plastik freies Shampoo in zwei Sorten im Angebot. Das Produkt sieht aus wie ein Stück Kernseife, schäumt beim Waschen aber genau so gut, wie ein herkömmliches Shampoo aus der Drogerie.“ Das Shampoo reicht für rund 80 Haarwäschen. Neben dem Shampoo gibt es mittlerweile auch Zahnbürsten aus recyceltem Plastik oder Bambus so wie Wattestäbchen komplett aus Pappe.

Von Hanna Pralle

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