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Reportage CZ-Mitarbeiter als Freiwilliger: Ehrenamt mit Spaß
Mehr Reportage CZ-Mitarbeiter als Freiwilliger: Ehrenamt mit Spaß
12:11 12.02.2014
Von Christopher Menge
Pauken mit Spaß. Christopher Menge gibt Luise und Edwin Prill Nachhilfe in Mathe und Deutsch. Quelle: Benjamin Westhoff (4)
Celle Stadt

Dass ich überhaupt hier bin, liegt an der Celler Freiwilligenagentur Kellu. Dort können sich Menschen melden, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. In dem sogenannten Erstgespräch hat mir die Leiterin Heidi Bente die verschiedenen Möglichkeiten aufgezeigt. Ich war überrascht, wo überall Freiwillige gebraucht werden. Im Vordergrund steht dabei der Ehrenamtliche. Nach seinen Bedürfnissen werden die Stellen vermittelt. Da ich in meiner Studienzeit als Betreuer zu Ferienfreizeiten der Stadt Celle auf der Sonneninsel Fehmarn gefahren bin, möchte ich mich gerne für Kinder und Jugendliche engagieren.

Kickern bei „Oma“ Heidi

Einen Nachmittag verbringe ich aber auch bei der Behindertengruppe in Wathlingen. Diese existiert bereits seit 34 Jahren – dank „Oma Heidi“. In dieser Woche haben die Gruppenteilnehmer nur ein Thema – Leiterin Heidi Beddig hat das Bundesverdienstkreuz bekommen. „Die waren alle so stolz“, sagt Beddig, die bei der Verleihung von der ganzen Gruppe begleitet wurde. Bei Schnittchen, Kuchen und Gurke wird erstmal geklönt – ich bin gleich mittendrin.

„Das Geheimnis der Gruppe ist, dass jeder machen kann, was er möchte“, sagt Beddig. Ich werde gleich zum Kickern verpflichtet. Glücklicherweise bin ich mit Klaus-Dieter in einer Mannschaft, der ein Profi im Tischfußball ist. So muss ich nur ab und zu einen Ball nach vorne schießen, den Klaus-Dieter dann eiskalt verwandelt. Klaus-Jürgen hat unterdessen seine Mundharmonika herausgeholt und begleitet unser Spiel mit den passenden Tönen.

Addieren, Subtrahieren,Objekte bestimmen

Mein Engagement beim Jugendclub Celle in der Bahnhofstraße dreht sich um Zahlen. Ich gebe zwei Grundschülern Nachhilfe. Mit der achtjährigen Luise Prill übe ich, wie man Geldbeträge addiert und subtrahiert. Ihr drei Jahre älterer Bruder Edwin dividiert währenddessen schriftlich an der Tafel. Außerdem muss der Viertklässler für den Deutsch-Unterricht die Satzteile richtig bestimmen.

In der katholischen Kirche in Wathlingen, in der sich die Behindertengruppe trifft, wartet Frank schon, als ich fertig mit Kickern bin. Er möchte mit mir Kniffeln. Auch Klaus-Dieter und Klaus-Jürgen sind dabei. Alle haben aber keine Chance gegen mein Würfelglück an diesem Tag. Die anderen Gruppenteilnehmer basteln, spielen oder unterhalten sich, während wir um die Wette würfeln. Auch wir kommen schnell ins Gespräch. Die drei erzählen mir von Fahrten mit der Gruppe in den Bayerischen Wald.

Schneeballschlacht istnicht erlaubt

Deutlich weniger ruhig geht es auf dem Pausenhof der Grundschule Hehlentor zu. Gut, dass ich Unterstützung durch Lehrer Sebastian Vogel und den FSJler der Schule, Lars Trautmann, habe. Denn der Schnee lädt ja gerade zu ein, Kugeln zu formen und diese dem Klassenkameraden an den Rücken zu werfen. Doch das ist nach wie vor an den Schulen verboten. Schließlich ist die Verletzungsgefahr zu groß. Nur gegen eine Holzwand dürfen die Kinder werfen, was sie mit Freude machen.

Schnell komme ich auch mit einigen Grundschülern ins Gespräch. Sie erzählen mir von ihren Lieblingsspielen. Ich habe aber nur kurz Zeit zum Unterhalten, denn zwei Jungs laufen zu mir. Sie haben sich gegenseitig mit Schnee beworfen, doch sie sind sich völlig uneinig, wer angefangen hat. Ich höre mir beide Geschichten an und appelliere schließlich an die beiden, sich wieder zu vertragen und keinen Schnee mehr zu werfen.

Viele Möglichkeitensich zu engagieren

360 über Kellu vermittelte Freiwillige engagieren sich derzeit in den rund 150 Auftragsstellen im Landkreis Celle. „Es gibt so viele Bereiche, in denen man sich betätigen kann“, betont Bente, „das wissen viele gar nicht.“ Ich kannte viele von diesen Möglichkeiten auch nicht, daher bin ich sehr froh, dass ich gleich drei Angebote als Ehrenamtlicher ausprobieren konnte. Als Pausenaufsicht an der Grundschule Hehlentor und Nachhilfelehrer im Jugendclub Celle hatte ich dabei genauso viel Spaß wie bei der Behindertengruppe Wathlingen. Alle haben mich sehr nett aufgenommen und waren dankbar für meine Hilfe. Freiwilliges Engagement bringt eine Menge Spaß.