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Reportage Den Wind in der Faust
Mehr Reportage Den Wind in der Faust
12:41 09.11.2018
Von Michael Ende
Den Bogen hat man auch als Anfänger praktisch sofort heraus: Mit dem Blokartüber den schier endlosen Strand von Fanø zu flitzen, macht einen Heidenspaß. Quelle: Malin Ende
Rindby

FANØ. Oben im orangeknallbunten Segel knattert der Wind, unten zischen die Gummiräder über graufeuchten Sand, der in den Kurven zur Seite spritzt, voraus das Glitzern der Sonne auf den Wellen des Meers, hinten bunt zappelnde Drachen über den Dünen. Mittendrin steckt man selbst in einem Gefährt, das ein rasanter Zwitter aus einem Liege-Dreirad und einem Mini-Segelboot ist. Wer diesen Renner bändigen will, braucht Elan und einen Strick in der Hand. Wer das schafft, fliegt eine Handbreit überm Boden. Zischschsch…..

Die dänische Nordsee-Insel Fanø bietet Entspannung in allen Gangarten an. Von ganz langsam bis extrem schnell. Wer es gerne gemütlich mag, für den ist eine relaxte Robben-Safari genau das Richtige. Hier sieht man die possierlichen Räuber beim Pausemachen auf der Sandbank. Entschleunigung mit Kulleraugen. Dynamischer geht es da schon auf dem Rücken der Tinker Horses von Fanø Rundridning zu. Diese starken Pferde tragen ihre Reiter im Trab oder Galopp durch Salzwiesen, Dünen und über den Strand. Und dort, am Meer, geht so richtig die Post ab. Mittels Windkraft.

Die Segel-Flitzer heißen „Blokarts“, und Blokart fahren ist eins der lustigsten Dinge, die man am Strand von Fanø – überhaupt an jedem Strand, der so irre breit ist wie der von Fanø – machen kann. Wer nicht drinsitzt, der könnte denken, man bräuchte dafür Segel-Kenntnisse. Braucht man aber nicht. Und kompliziert ist es auch nicht. Alles, was man braucht, ist Lust auf Speed und zischende Seeluft.

„Blokart ist einfach gesagt eine Optimist-Jolle auf Rädern“, sagt Adrian Therkelsen. Er ist Lehrer. Blokart-Fahrlehrer und sein Job ist vergleichsweise easy: Er bringt seinen Schülern etwas bei, das sie in weniger als zehn Minuten ganz von alleine lernen. „Es geht hauptsächlich darum, ein bisschen was zu lernen über Wind und Windrichtungen und wie man wendet“, erläutert Adrian. Mit dem Wind von hinten oder von der Seite kann man fahren, direkt gegen den Wind nicht. Wer das kapiert, kann auf dem Strand von Rindby volle Pulle loslegen.

Es macht einen Heidenspaß, über den Sand zu düsen. Dabei kann man das Gehirn fast ausschalten, denn die simple Technik geht sofort ins Blut über: Willst du schnell fahren, zieh am Seil, das das Segel zum Wind stellt. Willst du bremsen, lass es los. Locker geht es auch Adrian an. Er ist ein Lehrer mit lauter glücklichen Schülern. „Das ist nicht so schlecht, oder?“, lacht er und verteilt Handschuhe an Neuankömmlinge: „Zieht die an. Nachher müsst ihr fest am Seil ziehen, wenn ihr Tempo wollt.“

Nach der kurzen Instruktion rollen alle los. Erst langsam und lautlos. Dann rasend schnell und immer lauter: Yieeee-haaa!!!!! Aus der Vogelperspektive muss der Blick auf die Spuren im Sand aussehen, als ob man einen Blick ins Labor des atomaren Teilchen-Chaos würfe. Es ist aber nur Spaß. Doller Spaß.

Für Adrian, der von Fanø stammt, hört der Spaß im Herbst auf: „Wenn die Touristen weg sind, dann gehe ich auch.“ In Spanien, so verrät er, verbringt er den Winter: „Aber wenn der Sommer wieder in Jütland ist, dann bin ich auch wieder hier.“ Wer mal Blokart gefahren ist, der weiß auch warum: Dieser Quatsch macht süchtig. Sofort.

Einsteigen und los: Blokart-Rasereien starten am Rindby-Strand zwei Kilometer südlich von der Strandauffahrt am Ende vom Kirkevejen. Wer Lust auf eine Tour hat, sollte vorher in Club Fanøs Büro im Kirkevejen 13 in Rindby die entsprechenden Papiere ausfüllen und dann loslegen. Eine Stunde Blokart-Düsen kostet umgerechnet rund 40 Euro. Kinder sollten mindestens zwölf Jahre alt und 1,35 Meter groß sein. Und ja: Es geht ohne Training.

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