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Serien CD-Tipp: Schubert französisch
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15:45 19.08.2010
CD-TIPP: Schubert französisch Quelle: Reinald Hanke
Celle Stadt

Wenn die großen Schubert-Spieler Artur Schnabel oder Alfred Brendel diese einzigartige musiziert haben, so markierten deren Interpretationsweisen zwar gegensätzlichen Pole im Umgang mit der Vorlage, bewegten sich aber beide ganz im Bereich dessen, was man als authentischen Wiener Zugriff auf diese Musik bezeichnen könnte. Ganz anders ist das bei David Fray. Er ist hörbar Franzose. Sein Spiel hebt zunächst auf Klangfarben und Eleganz ab. Und auf Verinnerlichung. Frays Spiel klingt wie eine französische Variante von Wilhelm Kempffs Musik gewordener Klangpoesie. Manchmal wirkt das zwar ein wenig selbstgefällig, manchmal stört es auch, dass er sich so wenig um die innere Struktur dieser Musik kümmert und auch dass das, wie Ligeti es einmal nannte, „typisch schubertsche Schlendern“, in Frays Spiel eher zu kurz kommt. Trotzdem aber ist die Neuaufnahme der „Moments Musicaux“ und „Impromptus“ dank des persönlichkeitsstarken Spiels von Fray ein Faszinosum, dem man sich kaum entziehen kann.

Von Reinald Hanke