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Serien CD-Tipp: Tondokument erster Güte
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15:52 19.08.2010
Tondokument erster Güte Quelle: Reinald Hanke
Celle Stadt

Brendel war immer umstritten. Vielen galt sein Beethoven-Spiel als zu weich, sein Mozart-Spiel als zu zart. Aber selbst seine Kritiker kamen nie umhin, seinem Spiel bei Schubert, früher auch bei Bach und Liszt, exzeptionellen Rang einzuräumen. Vieles davon ist auf dem Mitschnitt seiner beiden letzten Konzerte in Wien und Hannover zu erleben.

Brendels Spiel von Schuberts später B-Dur-Sonate wird genauso in die Interpretationsgeschichte eingehen wie das von Artur Schnabel. Diese Kraft der Versenkung in eine ferne Musikwelt war eine besondere Stärke Brendels. Die CD dokumentiert das auf das Schönste, aber naturgemäß kommt sie nicht annähernd an den Live-Eindruck heran. Zum Abschluß der Aufnahme und des öffentlichen Konzertierens dieses Meisters des körperlosen Klavierspiels dann Bachs Orgelchoral „Nun komm der Heiden Heiland“ in der Busoni-Fassung: Das ist Musik, die man nie vergisst! Das ist Musik aus einer anderen Welt, die Kraft gibt und im inneren Ohr nie verstummen wird.

Von Reinald Hanke