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Serien Frank Dening und der Fiat 128: Eine große Liebe
Mehr Serien Frank Dening und der Fiat 128: Eine große Liebe
11:01 23.11.2018
Frank Dening und sein Fiat 128. Quelle: Kirsten Glatzer
Müden

MÜDEN/Öertze. Frank Denings erstes Auto war ein Fiat 128. „Am 7. November 1989 wurde ich 18 Jahre und brauchte dringend einen Wagen, um nach Eschede zu meinem Ausbildungsbetrieb zu kommen. Von Müden aus fuhren weder Bus noch Bahn dorthin. Und dann stand da in Oldendorf an der Straße dieser gelbe Fiat 128 zum Verkauf.“

1950 D-Mark zahlte er damals für den Kleinwagen. Zwei Jahre fuhr der junge Mann den Fiat 128, also auch zwei Winter lang. Dann war der Wagen komplett durchgerostet, sodass er verschrottet werden musste.

Liebe zum ersten Wagen flammt wieder auf

Die Jahre vergingen, doch die Erinnerung an sein erstes Fahrzeug blieb – und dann entdeckte Frank Dening 2006 im Internet dessen Abbild. Der Wagen war 28 Jahre alt und es gab nur eine Vorbesitzerin. Jetzt stand er bei einem Händler in Düsseldorf. Für 1000 Euro wechselte das Gefährt den Besitzer, wurde nach Müden überführt – und erst einmal weggestellt. Zwei Jahre darauf gab es dann das komplette „Wellnessprogramm“ für den 128er. Er wurde auseinandergenommen, restauriert, neu in der Originalfarbe lackiert und trug nun natürlich auch ein H-Kennzeichen.

Und er sieht noch heute – zehn Jahre später – genau so aus wie Frank Denings erstes Auto. Inklusive der orangegel­ben Billardkugel, die schon damals den Schaltknauf zierte. Der einzige Unterschied ist die Fahrgestellnummer.

Rund 300 Stunden Arbeit und 4000 Euro hat der Oldtimer-Fan in seinen Fiat investiert. „Das würde mir heute niemand dafür zahlen, es sei denn, es wäre ein absoluter Liebhaber dieses Modells.“ Generell sei so ein Fiat 128 keine Geldanlage, stellt Dening nüchtern fest. „Aber wenn ich mit meinem Wagen zu Oldtimertreffen fahre, sehe ich dort keinen zweiten davon. Allein schon aus dem Grund, weil kaum ein Fiat 128 überlebt hat. Allerdings hat er auch nicht so viele Fans. Zum Kultstatus hat es bei ihm eben nie gereicht.“

Tolle Farbe, Wahnsinnsform

Wenn Frank Dening mit seinem Wagen unterwegs ist, kommen jedoch häufig ältere Leute auf ihn zu und freuen sich unglaublich, mal wieder jenes Automodell zu sehen, das sie selbst einst gefahren haben. Das Modell sei in den 60er- und 70er-Jahren recht beliebt gewesen, erzählt Dening. Die Verkaufs­argumente damals: vier Türen, reichlich Platz, moderater Spritverbrauch und – ganz wichtig – eine zuverlässige Heizung. Seine eigene Generation teile die Begeisterung für den Fiat 128 eher selten. „Aber die 20-Jährigen, die sagen: tolle Farben, Wahnsinnsform ...“ Heute würden die Autos der verschiedenen Marken ja doch irgendwie sehr ähnlich aussehen, der Fiat hingegen habe einen hohen Wiedererkennungswert.

Der Wagen ist mittlerweile ein Sonntagsfahrzeug, mit dem der Besitzer zum Eisessen oder zu Oldtimertreffen fährt. Er wird per Hand gewaschen und im Winter gar nicht bewegt, um ihm den Kontakt mit Streusalz zu ersparen. Dass die Fahrzeuge des italienischen Automobilherstellers ein massives Rost-Problem hatten, ist ja hinlänglich bekannt. „Die hatten teilweise schon bei der Auslieferung im Autohaus Flugrost“, so Dening. Fiat startete daraufhin eine Offensive, die zwei Jahre Rostfreiheit garantierte. Der entsprechende Button klebt heute noch am hinteren Fenster der Beifahrerseite: „Serienmäßig korrosionsgeschützt – 2 Jahre Garantie auf alle lackierten Teile“ ist darauf zu lesen. „Heute lacht man darüber, es ist ja mittlerweile undenkbar, dass ein Auto so schnell rostet“, sagt Frank Dening, „aber dafür macht heute irgendwann die Elektronik Probleme.“ Und die Sorgen hat er mit seinem Fiat nicht.

Von Kirsten Glatzer

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