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Serien Nur zur Hochzeit hat der Ford Prefect gestreikt
Mehr Serien Nur zur Hochzeit hat der Ford Prefect gestreikt
17:57 19.11.2018
Mit dem Erwerb des Ford Prefect hat sich Jan Bouma einen Traum erfüllt. Quelle: Lothar H. Bluhm
Poitzen

Das war schon sehr schade, dass sein Ford Prefect, Baujahr 1953, ausgerechnet zur Hochzeit seiner Enkelin Rike nicht lief. Dabei hatten sich alle so sehr darauf gefreut, vor der Kulisse des Celler Schlosses die Braut mit ihrem Bräutigam in dem auf Hochglanz polierten schwarzen Viertürer zu sehen. „Leider mussten die beiden ohne meinen Oldtimer heiraten“, bedauert Jan Bouma aus Poitzen noch heute den Streik des britischen Fahrzeugs mit Rechtslenker. „Ich habe einfach nicht den Fehler gefunden, warum das Auto nicht lief.“ Dabei war das ganz einfach: Es fehlte eine Isolierscheibe an der Zündspule. „Sehr, sehr schade …“

Dreimal seziert und wieder zusammengebaut

Bouma hatte den Motor in diesem Jahr schon dreimal sorgfältig seziert und wieder zusammengebaut. „Die kleine Scheibe muss mir aber wohl runtergefallen sein.“ Jetzt hat der Ford Prefect erstmal Winterpause, denn mit seinem Saisonkennzeichen darf das Auto nur zwischen April und Oktober auf Straßen bewegt werden.

Mit zwölf Jahren schon Ford gefahren

Der 80-Jährige weiß gar nicht mehr, wie viele Autos er hatte. Sein Schwerpunkt lag immer bei Citroën und Ford. Es gab auch mal Mazda und Mercedes. Mit zwölf Jahren ist er schon Ford gefahren. „Das war bei unserem Nachbarn in Friesland.“ Da half Bouma auf dem landwirtschaftlichen Betrieb, melkte die Kühe und fuhr mit einem ausgesonderten Jeep über die Ländereien. Als Zwölfjähriger war er damals der jüngste Teilnehmer an einem Kursus für maschinelles Melken in den Niederlanden. „Das war damals ganz normal. Ich habe das ganz gern gemacht, weil der Bauer auch Traktoren hatte“, sagt Bouma. Bei dem Gedanken daran lächelt er noch heute.

„Ich hatte immer einen Hang zu alten Autos“, sagt Jan Bouma. Deshalb sei er oft zu Oldtimertreffen gefahren und habe Urlaube häufig mit solchen Events kombiniert. In den Niederlanden ebenso wie in Deutschland.

Ein Traum wurde für ihn wahr

Bei einem Treffen in 's-Hertogenbosch sah er einen Ford Prefect. Sofort schloss er Kontakt zu dem Besitzer, denn sein Nachbar in Friesland hatte seinerzeit genau solch ein Auto. „Das war eine emotionale Entscheidung: Das Auto wollte ich haben“, gesteht Bouma seinen Wunsch. Nach einem Jahr wurde sein Traum wahr: Mit einem Trailer holte er 2004 sein Auto aus den Niederlanden. Die Bremsen mussten überholt und Blinker angebaut werden, denn das Auto hat hinter den Vordertüren links und rechts Winker. „Wenn ich schnell genug fuhr, kamen die auch hoch, aber wann fährt man in den Kurven schon schnell?“ Das Auto hat eine 6-Volt-Anlage …

Ähnlich ist es mit der Motorkühlung: Die zahlreichen Rippen des mächtigen Kühlers erfüllen ihre Arbeit bei flotter Fahrt sehr gut. „Im Stau ist das schwierig, dann ist die Temperatur schnell auf hundert Grad.“

Spannung vor der nächsten Hauptuntersuchung

Der TÜV war aber ganz zufrieden mit dem Zustand des Oldtimers. Das wird er hoffentlich im kommenden Jahr auch wieder sein, wenn die nächste Hauptuntersuchung ansteht.

Ein Dreigang-Getriebe sorgt dafür, dass das Auto mit dem schwarzen Vinyldach vorwärts kommt. Im Inneren ist ein Holzfußboden unter den Fußmatten sichtbar, das Armaturenbrett und die Türrahmen sind aus Bakelit, die vier Drehaschenbecher – zwei vorne und zwei hinten – sind für das Baujahr 1953 schon als Luxusausstattung etwas Besonderes. Hervorzuheben ist auch, dass das Reserverad unter dem hinteren Nummernschild verborgen ist und so die Entnahme ermöglicht, ohne dass der Gepäckraum leergeräumt werden muss. Das Dreispeichenlenkrad mit insgesamt zwölf Einzelspeichen entspricht schon heutigen Vorstellungen von modernem, sportlichem Autofahren. Anders die klappbare Windschutzscheibe: Sie erlaubt einen individuell und stufenlos einstellbaren natürlichen Luftzug durch das Wageninnere.

Von Lothar H. Bluhm

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