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Serien "Spielen Sie nicht den Helden": Richtiges Verhalten bei einem Überfall
Mehr Serien "Spielen Sie nicht den Helden": Richtiges Verhalten bei einem Überfall
18:40 17.02.2015
Wer nicht auf seine Wertsachen aufpasst, - kann schnell zum Opfer von Raubüberfällen werden. Bei mehrfachen Überfallen hinterlässt der Täter - oft seine Handschrift, die die Polizei - dann auf seine Spur führt. Quelle: Roland Weihrauch
Celle Stadt

Oft schleicht sich der Räuber an sein Opfer heran, verfolgt die Dame einige Schritte und wenn sie in eine dunkle Straße einbiegt, schnappt er zu und reißt ihr im Vorbeigehen die lose Tasche von der Schulter. Die wehrlosen Seniorinnen sehen den Täter oft nur von hinten flüchten und können nur dessen Größe und Figur beschreiben. Trotzdem liegt die Aufklärungsquote solcher Raubüberfälle bei rund 80 Prozent.

Uwe Geyler ist der Beauftragte für Kriminalprävention bei der Polizei Celle. Er sagt, „das Geld in der Handtasche ist leicht verdient. Doch sind die Täter die geringen Beträge oft leicht wieder los.“ Aus einem Raub wird meist eine ganze Serie, „bis der Täter uns ins Netz geht.“ Denn mit den Taten hinterlasse er oft eine bestimmte Handschrift.

Weit häufiger als diese Handtaschenraube komme die räuberische Erpressung in dunklen Straßen vor. Oft überfallen bis zu drei Personen, von denen ein geringes Risiko der Selbstverteidigung ausgeht, betrunkene oder ältere Männer. Die Opfer werden angesprochen und zur Herausgabe ihrer Wertsachen gezwungen: Handy, Zigaretten, Geldbörse. Uwe Geyler empfiehlt, von Schlägen oder Waffen abzusehen: „Spielen Sie nicht den Helden, denn die Täter könnten noch kräftiger zurückschlagen.“ Damit löse man nur erhöhte Gewaltbereitschaft aus. Auch Zeugen sollten nur helfen, wenn sie sich selbst nicht in Gefahr bringen. Sie könnten andere ansprechen oder ein paar Schritte vom Tatort entfernt den Notruf absetzen.

Im Vorfeld ließen sich solche Situationen leicht vermeiden: „Rufen Sie sich mitten in der Nacht ein Taxi, gehen Sie in Gruppen nach Hause und meiden Sie dunkle Plätze“, erklärt Geyler. Oft beobachten die Täter ihre Opfer zum Beispiel in der Bar oder am Geldautomaten. „Zeigen Sie nicht die dicke Marie im Portemonnaie, sondern haben Sie wenig Bargeld bei sich.“ Generell solle man lieber mit der EC-Karte zahlen. Dann aber sollte man die PIN-Nummer nicht im Portemonnaie bei sich tragen. „Sonst haben die Diebe leichtes Spiel und es gibt Probleme bei der Rückerstattung“, sagt Geyler.

Denn nach dem Anruf bei der Polizei sollten Raubopfer ihre EC-, Kredit- und Handykarten unter 116 116 sperren lassen. Diese Nummer ist gebührenfrei innerhalb Deutschlands und 24 Stunden am Tag erreichbar. Danach können die Täter die Karten am Bankautomaten nicht mehr nutzen. Allerdings sind die Karten noch im Einzelhandel mit gefälschter Unterschrift oder dazugehöriger PIN einsetzbar. Geyler empfiehlt daher, direkt zur Polizei zu gehen, um dort sofort Anzeige zu erstatten und dort die Karten komplett zu sperren. In den meisten Fällen bekommen Raubopfer das Geld, das Räuber ergaunert haben, von der Versicherung oder Bank wieder.

Von Dagny Rößler