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Serien Stefan Dannenberg ist Lebensretter mit Leib und Seele
Mehr Serien Stefan Dannenberg ist Lebensretter mit Leib und Seele
14:30 01.05.2014
Das ist seine Welt: Stefan Dannenberg steuert das - Rettungsboot der DLRG Ortsgruppe Celle durch das Hafenbecken. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

„Eigentlich bin ich mit zehn Jahren zur DLRG gekommen, um mein Gold-Abzeichen zu machen. Denn in der Schule konnte ich nur Bronze und Silber machen“, erinnert sich Stefan Dannenberg. Doch dann hat er den Rettungsbereich des Vereins und damit seine große Leidenschaft entdeckt. „Als ich etwa ein Jahr dabei war, wurde uns gezeigt, dass es noch mehr in der DLRG gibt als das Schwimmen“, sagt er. Nach seinem ersten Besuch im Celler Hafen war es um ihn geschehen: Das Boot fahren hatte ihn gepackt. Zusammen mit seinem älteren Bruder ist Dannenberg dann regelmäßig zu den Diensten gegangen und seitdem fester Bestandteil der Rettungsmannschaft.

„Wir wollten unbedingt mit dem Boot raus fahren, dafür haben wir auch gerne die anliegenden Arbeiten gemacht“, sagt er. Mit den älteren Kameraden die Fahrzeuge in Schuss zu halten und auch mal das Lager auszufegen oder Rasen zu mähen, hat den Celler nicht abgeschreckt. Er ist dabei geblieben und hat auch die Arbeit mit den Kameraden zu schätzen gelernt. Ganz nebenbei erfuhr er viel über Wasserrettung und die Geräte, jetzt gibt er sein Wissen an den Nachwuchs weiter. Dannenberg hat das Jugend-Einsatz-Team (JET) ins Leben gerufen und kümmert sich um die „JETis“, denn er möchte den Nachwuchs in der Rettungssparte fördern. Das Vereinsleben liegt ihm sehr am Herzen, gerne unternimmt er auch etwas mit den Jugendlichen. „Neulich haben wir das Seenotrettungsschiff in Cuxhaven besichtigt“, sagt er.

Seit 24 Jahren ist Dannenberg Mitglied der DLRG Ortsgruppe Celle und mehrmals die Woche dort. Wenn er sich nicht um die regulären Dienste der Erwachsenen und Kinder kümmert, pflegt er die Geräte und Fahrzeuge. Es ist Dannenberg ein großes Anliegen, den Mitgliedern eine gute und angemessene Technik stellen zu können. Aus diesem Interesse heraus hat er das Amt „Leiter Einsatz“ angenommen und ist dadurch offiziell für die Technik verantwortlich.

„Ich kann nicht sagen, was mich an der Stange hält. Der Verein ist einfach ein Teil meines Lebens“, sagt er. Fest steht, dass ihn eine spürbare Leidenschaft antreibt und er voll und ganz hinter dem Verein steht. Auch obwohl er bei Einsätzen tragische Erfahrungen machte. „Das Schlimmste, was uns passiert, sind Personensuchen. Das sind Scheiß-Momente“, wird er deutlich – und begibt sich trotzdem jedes Mal wieder ins Boot.

Seine Partnerin hat Dannenberg bei der DLRG kennengelernt. „Sie war meine Ausbilderin in der Sanitäter-Ausbildung. Ich bin froh, dass sie auch im Verein ist und Verständnis für mich hat. Ich bin ja schon häufig nach der Arbeit im Hafen“, sagt er. Diese Akzeptanz wünscht er sich für seine DLRG auch von der Gesellschaft. Da das Engagement der Mitglieder nicht von öffentlichen Mitteln unterstützt wird, sammelt Dannenberg Spenden. Nur durch diesen Einsatz konnte sich die Ortsgruppe neue Fahrzeuge und auch ein Mehrzweckboot leisten.

„Das wir so gut ausgerüstet sind, ist nicht selbstverständlich“, weiß Mathias Dannenberg. Das habe die Ortsgruppe besonders seinem älteren Bruder zu verdanken. „Stefan ist hier im Hafen die ausschlaggebende Kraft“, sagt er. Mathias Dannenberg weiß, dass die Mitglieder die freundliche und fröhliche Art seines Bruders schätzen. „Im Einsatz ist er dann aber ernst und kümmert sich gewissenhaft um den Ablauf“, sagt er.

Mit ihrer Ausrüstung hat die Ortsgruppe auch bei den Elbehochwassern 2006 und 2013 geholfen. Dort fühlte sich Dannenberg unter Gleichen, denn jeder wollte dort helfen und er sah, das die Hilfe auch ankam. „Im vergangenen Jahr waren die Menschen so dankbar für unsere Hilfe. Überall hingen selbst bemalte Laken mit Danksagungen. Das war so schön ich bekomme noch immer eine Gänsehaut, wenn ich daran denke.“

Von Johanna Müller