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Serien Transparenz und Strahlung II
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12:27 20.12.2013
Julia Otto mit „Transparenz und Strahlung II“ von Heinz Mack. Quelle: Kunstmuseum Celle
Celle Stadt

Julia Otto über „Transparenz und Strahlung II“ von Heinz Macks, 2010: Ein Plexiglas-Kubus und vier weiß leuchtende LED-Streifen: Mit diesen wenigen Mitteln erzeugt der Künstler Heinz Mack ein überraschend facettenreiches und faszinierendes Lichtspiel. Der Clou seines Werks sind vier große, ins Plexiglas geschliffene Linsen, die das Licht brechen und reflektieren. Nicht nur auf den Oberflächen und im Innern des durchsichtigen Würfels entstehen so komplexe Zeichnungen aus feinsten Linien. Auch die umliegenden Wände und die Decke über dem Objekt werden von einem zarten Lichtgeflecht erfasst. Dynamik kommt ins Spiel, sobald man sich um das Werk herum bewegt. Bei diesem Werk zeigt sich Mack als präziser Analytiker, der das Wesen des Lichts wie ein Wissenschaftler erforscht. Ästhetik verknüpft er mit den Begriffen Perfektion und Ideal, Symmetrie und Eleganz. Für alle, die noch nie nachvollziehen konnten, was Mathematiker oder Physiker meinen, wenn sie von „Schönheit“ schwärmen: Hier kann man es sinnlich erleben!

Heinz Mack (*1931) gehört neben Otto Piene zu den „Großmeistern“ der deutschen Lichtkunst. 1957 gründeten die beiden Künstler die weltweit viel beachtete Gruppe ZERO. Mit Licht, Rastern, Rotoren, Spiegeln und Linsen setzten Piene und Mack international Maßstäbe für die Entwicklung der Lichtkunst. Technisch und inhaltlich bewegen sich beide nach am Puls der Zeit.

Julia Otto ist promovierte Kunsthistorikerin und arbeitet seit 2005 als Kuratorin im Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon. Die Ausstellung „Scheinwerfer. Lichtkunst in Deutschland im 21. Jahrhundert“ läuft noch bis zum 30. März. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags, 10 bis 17 Uhr. Täglich ab 17 Uhr: Lichtkunst an der Außenfassade. (cz)

Von cz