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Spot(t) Hoppepude
Mehr Spot(t) Hoppepude
14:20 11.07.2014
Von Michael Ende

Wer jemals diese quietschbunte, ursprünglich dänische Spezialität gesehen und erlebt hat, fragt sich, wie ausgerechnet die Skandinavier zu dieser kulturellen Errungenschaft gekommen sein mögen. Mir ist es kürzlich eingefallen. Und zwar, als ich daran dachte, dass die Wikinger dereinst Grönland unter ihre Fuchtel gebracht haben. Seitdem weht dort der Dannebrog. Und an den Küsten dieses grünen Landes wurde eben die Hoppepude erfunden: Immer, wenn dort ein fetter Wal angespült wird, springen die Kinder ausgelassen darauf herum. Sie freuen sich, dass sie im Lauf der Zeit immer höher hopsen können, weil sich Meister Wal immer praller aufbläht und seine Haut immer strammer wird. Bis Papa Wikinger den Wal zerlegen will und sich der Spaß-Ballon in einer riesigen Wolke Wohlgefallen auflöst: Bumms. Früher wurde extra zum Geburtstag der dänischen Monarchin Margrethe II. alljährlich ein Wal aus Grönland bis vor den Palast in Kopenhagen geschleppt. Damit die Kinder beim Königinnen-Geburtstag darauf herumhüpfen konnten. Das mit dem Original-Wal wird aber seit ein paar Jahren nicht mehr praktiziert, weil Margrethe kettenraucht – nicht auszudenken, wenn es zu einer Meeressäugerverwesungsgasexplosion käme. Deshalb sind die Dänen auf Gummi-Wale umgestiegen, die als Ehrenbezeugung gegenüber der Königin überall im Land verteilt sind. Ist doch ganz einfach. Hoppepude, eben.