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Spot(t) Land-Quatsch
Mehr Spot(t) Land-Quatsch
12:13 27.05.2015
Von Michael Ende
Celle Stadt

Land-Würstchen, Land-Wohnen, Land-Eier, Land-Gülle, Land-Sein, Land-Dies, Land-Das. Vor jeden Quatsch wird ein schnörkeliges „Land“ gesetzt – und schon finden es alle toll. Vor allem jene, die sich ganz heftig nach einem Land-Leben sehnen, es aber nicht erleben können, weil sie nur noch tumb auf ihr Smartphone starren, wenn sie einmal den Platz vor dem PC verlassen. Für diese Figuren gibt es Land-Senf, Land-Frisbees, Land-Games, Land-Sitzecken, Land-Bremsbeläge, Land-Kekse und Land-Apps – für ganz Verwegene sogar den Land-Tag, eine Einrichtung, deren Name erst seit dem Umsichgreifen der Land-Mode irgendwie sexy klingt. Mein Tipp für alle Marketing-Strategen, die jetzt immer noch versuchen, auch noch vor das allerletzte Wort ein „Land“ zu schrauben: Lassen Sie‘s sein. Denn dieser Trend läuft sich – hoffentlich – tot und wird unweigerlich eine Gegenbewegung hervorrufen. Nennen Sie ihr Zeug Stadt-Käse, Stadt-Tischdecke, Stadt-Bier, Stadt-Vollgürtelreifen. Die Leute werden es lieben. Was kommt, wenn auch dieser Trend vorbei sein wird? Vielleicht Stadtrand-Schokoriegel, Vorort-Apfelschorle oder Metropolregion-Gehacktes. Es wird auf jeden Fall toll.