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Spot(t) Perspektive B
Mehr Spot(t) Perspektive B
12:56 11.07.2014

Doch das ist nicht immer einfach. Bei geschützten Gemäuern oder schmuckvollen Schlössern ist eine Lizenz zum Knipsen meist nur gegen Aufpreis erhältlich oder gar ganz ausgeschlossen. Schließlich soll ja mit dem Verkauf von Postkarten und dergleichen noch ordentlich Geld gemacht werden. Doch der pfiffige Tourist umgeht dieses Verbot leicht. Wie ich schon beobachtet habe, bietet eine lässig um den Hals gehängte Kamera die beste Voraussetzung für unauffällige Fotos. Der Apparat befindet sich auf Bauchhöhe, weswegen ich diese Sichtweise auch als Bauchperspektive bezeichne. Während sich der Besucher scheinbar unbeteiligt in barocken Räumen umsieht, platziert er seinen Daumen auf den Auslöser, streckt seinen Bauch mal hierhin, mal dorthin und drückt in unauffälligen Momenten ab. Gerne wird versucht, das Klicken des Auslösers mit einem Räuspern oder Hüsteln zu überdecken. Ob die Fotos etwas werden? Bestimmt. Doch was ich da...ich meine die anderen Touristen da machen, sollte niemand nachahmen.

Von Stefan Kübler