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Spot(t) Schlotze
Mehr Spot(t) Schlotze
10:43 08.12.2017
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Es gibt so viele herrliche, altertümliche Worte mit einem schönen Klang, leider haben wir nur selten die Gelegenheit, sie in einem Text unterzubringen. Und noch seltener, wenn überhaupt jemals, bietet sich die Möglichkeit, ein neues Wort zu erfinden. 1996 startete der Duden-Verlag zusammen mit der Gesellschaft für deutsche Sprache und der Getränke-Firma Lipton einen Wettbewerb, um das Gegenteil von „durstig“ zu finden. Gab es bis dahin nämlich nicht. Das Ergebnis lautete „sitt“, hat sich aber nicht durchgesetzt. Doch, was soll ich Ihnen sagen: Fast hätte ich ein neues Wort erschaffen, nämlich „Schlotze“. Die Idee dazu kam mir beim Mittagstisch. Als ich nicht zum ersten Mal in der Auslage die Fleischbrocken in einer unappetitlichen weißen Suppe schwimmen sah, traf es mich wie ein Blitz: Schlotze-Soße, das ist Schlotze-Soße. Meine Kollegen waren begeistert, meine Familie war begeistert (meine Frau und meine Töchter benutzen das Wort auch schon), nur der Duden-Verlag wird es wohl nicht anerkennen. Denn wie ich jetzt erfahren habe, gibt es schon das Verb „schlotzen“ und das bedeutet im Schwäbischen: genüsslich trinken. Und das kann man sich bei der Schlotze-Soße nun wirklich nicht vorstellen.