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Spot(t) Slow Talk
Mehr Spot(t) Slow Talk
13:24 12.10.2017
Von Michael Ende
Celle Stadt

Es gibt Leute, die glauben, dass der stetige Fortschritt auf dem Gebiet der Kommunikation zu immer schnelleren Datenflüssen führen würde. Damit liegen sie nicht immer richtig. Ich kenne welche, die nutzen die Möglichkeiten der High-Speed-Kommunikation zu Slow Talk. Bei der Slow-Talk-Bewegung läuft das anders: Heutzutage telefoniert man und besonders Frau mit dem Telefon nicht mehr, sondern zerlegt Konversationen zum Beispiel per Whatsapp in gemailte schriftliche Einzelteile, die man einander hin- und herbeamt. Manche treiben es auf die Spitze und unterhalten sich nicht etwa direkt mit der Person, mit der sie sich früher direkt unterhalten hätten, sondern sprechen in ihr Smartphone, das wiederum das gesprochene Wort verschriftlicht und dann an die Person, die das bekommen soll, sendet. Die liest sich das durch, spricht ihrerseits mit ihrem Phone und dieses schreibt dann zurück, was man früher einfach kurz besprochen hätte. So kann man mit High-Tech-Methoden des 21. Jahrhunderts Kommunikationsgeschwindigkeiten wie im „Old-school“-Mittelalter, als man einander berittene Boten mit Depeschen schickte, erreichen. Man muss nur Köpfchen haben. Und ein Smartphone, ist klar.