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Typen AfD-Kandidat Brockmann: "Nicht zu jedem Blechschaden rausfahren"
Mehr Typen AfD-Kandidat Brockmann: "Nicht zu jedem Blechschaden rausfahren"
12:17 12.10.2017
Von Christoph Zimmer
Quelle: Oliver Knoblich
Oldendorf

Bei einem Auftritt im Jahr 2013 erlebte er dann Bernd Lucke, den Mitbegründer der Alternative für Deutschland (AfD). Seitdem engagiert sich Brockmann für die Partei. Bei der Landtagswahl am 15. Oktober tritt er für die AfD als Direktkandidat im Wahlkreis Bergen an. Nur wenn er den Wahlkreis gewinnt, zieht er in den Landtag ein.

Der 30 Jahre alte Politiker ist beim Kreisverband der Rechtspopulisten ein Mann der ersten Stunde. Im Juni 2013 war er eines von zunächst acht Gründungsmitgliedern. „Man hatte die Möglichkeiten, sehr viel zu entscheiden und zu gestalten und den Kreisverband von Anfang an zu prägen“, begründet er sein Motiv für das Engagement in der Politik. Brockmann ist Schatzmeister des Kreisverbandes und Vorsitzender der Kreistagsfraktion.

Brockmann wurde in Celle geboren. Aufgewachsen ist er in Oldendorf, wo der ledige Student auch heute mit seinen Eltern und seiner Schwester und deren Familie auf einem Grundstück lebt. Mit der Heideregion war er auch während seiner Zeit als Marineoffizier verbunden. Auch bei dem anschließenden Wirtschaftsstudium in Lüneburg, das kurz vor dem Abschluss steht, hat er nie den Kontakt in die Heimat verloren. Ganz im Gegenteil. „Ich war zuletzt vor drei Jahren im Urlaub. Zeit in der Heimat ist wie Urlaub für mich“, sagt Brockmann.

Zu seinen Schwerpunktthemen gehören innere Sicherheit, Asylpolitik und Bildung. Um die innere Sicherheit zu verbessern, fordert Brockmann nicht nur die Einstellung und Ausbildung von mehr Polizisten. „Das alleine löst das Problem nicht“, sagt er. „Es müssen mehr Polizisten auf die Straße. Dafür müssen sie bei Verwaltungsaufgaben entlastet werden. Außerdem müssen Polizisten nicht zu jedem Blechschaden rausfahren.“ Auch die Ausrüstung der Beamten müssen verbessert und die Kontrollen an den Grenzen verstärkt werden. Ausreisepflichtige Menschen sollen schnell und konsequent abgeschoben werden, sagt Brockmann. „Wir müssen geltendes Recht umsetzen.“

In der Bildungspolitik tritt der Landtagskandidat für das dreigliedrige Schulsystem und den Erhalt von Förderschulen ein. „Es muss ein Ende der Zwangsinklusion geben. Für die Menschen mit ihren verschiedenen Talenten muss es verschiedene Angebote geben.“

Außerdem setzt sich Brockmann für landwirtschaftliche Familienbetriebe ein. „Um gute Lebensmittel zu produzieren, ist es erforderlich, dass Bauern ihre Zeit wieder hauptsächlich auf Hof und Feld einsetzen können, statt sich ständig durch einen ausufernden Paragrafendschungel kämpfen zu müssen“, erklärt Brockmann. „Landwirte sind eine wichtige Säule der Gesellschaft.“

Für den Landkreis ist der Ausbau des Breitbandinternets ein Schwerpunkt. „In den Zeiten der Digitalisierung müssen wir in die Zukunftsfähigkeit unserer Region investieren. Sonst werden wir zunehmend abgehängt.“