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Typen Behiye Uca von den Linken setzt sich für mehr Solidarität ein
Mehr Typen Behiye Uca von den Linken setzt sich für mehr Solidarität ein
11:10 06.10.2017
Von Christoph Zimmer
Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Behiye Uca kandidiert bei der Landtagswahl für die Linken. Ihre Chancen, als Direktkandidatin im Wahlkreis Celle ins Parlament gewählt zu werden, sind zwar verschwindend gering. Auf dem fünften Platz der Landesliste ihrer Partei darf sich die 46 Jahre alte Cellerin aber berechtigte Hoffnungen auf ein Mandat im neuen Landtag machen. „Wenn wir mehr als fünf Prozent der Stimmen holen, bin ich sicher dabei“, sagt Uca. Bei der Bundestagswahl am Sonntag erreichte die Linke in Niedersachsen 6,9 Prozent (plus 1,9). „Dieses Ergebnis zeigt, dass der Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit und Solidarität in der Gesellschaft sehr groß ist“, sagt die Politikerin.

Geboren wurde die Ezidin in der kurdischen Stadt Batman. Sie war zwei Jahre alt, als sie mit ihrer Familie nach Celle kam. Schön früh in ihrem Leben begann sie sich für Menschen mit Migrationshintergrund zu engagieren. Bis heute arbeitet sie ehrenamtlich als Dolmetscherin für das Celler Frauenhaus und in der Sozialberatung, hilft bei Behördengängen und dem Ausfüllen von Formularen – und bei drei Geburten von Flüchtlingskindern war sie auch schon im Kreißsaal mit dabei. „Ich setze mich für die Menschen ein, die von vielen Chancen abgeschnitten sind“, sagt Uca.

Seit 2011 sitzt die gelernte Einzelhandelskauffrau in Kreistag, Stadtrat und im Ortsrat Neuenhäusen. Dort ist sie seit einem Jahr auch stellvertretende Ortsbürgermeisterin. „Es ist wichtig, dass alle Bevölkerungsgruppen in den politischen Gremien vertreten sind“, sagt Uca. Wenn es nach ihr geht, soll das nach der angestrebten Rückkehr der Linken in den Landtag auch dort der Fall sein.

Behiye Uca möchte sich vor allem „für die engagieren, die sich am Existenzminimum durchschlagen müssen, die vom derzeitigen Bildungssystem ausgegrenzt werden und deren Möglichkeiten sich weiterzubilden zumeist nur in sinnfreien Maßnahmen der Jobcenter bestehen“, sagt die Politikerin, die auch im Landesvorstand ihrer Partei ist. „Bei allem Gerede über Deutschlands wirtschaftliche Stärke geht eins im Wahlkampf schon wieder unter: Trotz wachsenden Reichtums steigt die Armut von Kindern und Menschen im Alter“, sagt sie. „Außerdem nehmen die prekären und befristeten Arbeitsverhältnisse zu.“ Die alleinerziehende Mutter eines Sohnes weiß, wovon sie spricht. „Ich kenne die Zeiten von Arbeitslosigkeit als Betroffene.“

Im Landkreis Celle möchte sie sich für die Einführung eines Sozialtickets einsetzen. „Mobilität im Nahverkehr muss zu einem Grundrecht werden, um die Menschen mit einem geringen Einkommen nicht vom gesellschaftlichen Leben auszuschließen.“ Außerdem sollen mehr Lehrer eingestellt und die Digitalisierung in den Schulen vorangetrieben werden.