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Typen Chanson-Musik ist ihre große Leidenschaft
Mehr Typen Chanson-Musik ist ihre große Leidenschaft
17:21 20.11.2018
Kerstin Schiewek-Jahn und Joschua Claassen bilden das Duo MademoiCelle. Quelle: Marie Nehrenberg
Lachendorf

Impulsiver französischer Gesang, untermalt von harmonischen Klaviertönen, hört man an diesem Nachmittag schon auf der Straße. Man könnte meinen, man befindet sich mitten in Paris und lauscht einer französischen Musikgruppe, die unter dem Eiffelturm steht und musiziert. Dem ist allerdings nicht wirklich so, denn tatsächlich befinden wir uns mitten in Lachendorf und die wohlklingenden Töne kommen aus dem Wohnzimmer von Familie Schiewek-Jahn. „Bonjour und herzlich Willkommen“ begrüßt mich Kerstin Schiewek-Jahn mit einem breiten Grinsen im Gesicht. „Wir haben Sie schon erwartet.“ Wir, das sind die in Lachendorfer Gymnasiallehrerin und der angehende Musiklehrer Joschua Claassen, ebenfalls Lachendorfer. Doch die beiden verbindet nicht nur ihr Beruf, nein vielmehr teilen sie die große Liebe zur Musik. Mit dieser optimalen Voraussetzung und jeder Menge Motivation und Vorfreude gründeten sie vor über drei Jahren das Chanson-Duo MademoiCelle.

Duo fand sich durch Zufall

Doch wie kam es denn eigentlich genau dazu? Eine berechtigte Frage, schließlich ist französische Chanson-Musik hierzulande wenig verbreitet. Doch was nicht ist, kann ja noch werden, dachte sich Kerstin Schiewek-Jahn. „Ich hatte so etwas schon ziemlich lange im Kopf und hatte jetzt einfach total Lust drauf“, verrät sie. Sie habe in ihrer Jugend schon viel in dieser Richtung ausprobiert. „Es war nun also der Zeitpunkt um gewissermaßen ,back to the roots' zu gehen“. Fehlte nur noch der passende Partner, der sich genauso sehr begeistern und dabei auch noch gut Klavier spielen kann. Durch eine Empfehlung wurde sie auf den Pianisten Joschua Claassen aufmerksam. Er war auf der Suche nach einer Partnerin für ein Duo, von der Vision Kerstin Schiewek-Jahns war er gleich angetan.

Ein Name mit Wiedererkennungswert

„Ich komme ursprünglich auch aus Lachendorf, wir kannten uns zwar vorher nicht, aber haben ganz schnell gemerkt: Das passt“, erinnert sich der 26-Jährige. Und so war die Gründung bereits nach dem ersten gemeinsamen Auftritt beschlossene Sache. „Natürlich brauchten wir dann noch einen passenden Namen“, erzählen die beiden Musiker. „Es sollte etwas Persönliches sein, etwas Besonderes mit Wiedererkennungswert“, erzählen sie. Und auch wenn MademoiCelle zunächst nur ein Spaß war – der Name ging ihnen nicht mehr aus dem Kopf und blieb. Und wie könnte es passender sein? Ein Name, der sowohl die Herkunft der Musiker, als auch die Herkunft der Musik repräsentiert.

Chanson kann durchaus modern sein

MademoiCelle macht Musik, die auffällt und anders ist. Anders als das, was momentan im Radio läuft. Doch wenn das Duo auf der Bühne steht, dann fragt man sich schnell: Warum hört man so etwas so selten? „Bei unserer Musik ist eigentlich für jeden etwas dabei, wir möchten zeigen, dass Chanson-Musik auch was für junge Leute ist“, stellt Kerstin Schiewek-Jahn klar. Einflüsse aus Blues und Jazz runden die Songs ab. Es ist die große Bandbreite und die dadurch entstehende Individualität, die sie so einzigartig machen. Chansons hätten immer auch einen gewissen Show-Charakter, es wird eine Geschichte erzählt. Da drängt sich die Frage auf: Muss man eigentlich Französisch verstehen, um sich für MademoiCelle zu begeistern? Die ganz klare Antwort ist: Nein.

Man muss nicht unbedingt Französisch können

„Ich hatte in der Schule mal Französisch, das war es aber auch“, schmunzelt Joschua Claassen. „Das ist aber überhaupt nicht schlimm. Wenn die Handlung für das Lied von Bedeutung ist, dann erklärt Kerstin zuvor, worum es geht.“ Kerstin Schiewek-Jahn hat übrigens auch keine französischen Wurzeln. „Mir hat die Sprache in der Schule gut gefallen. Später hab ich französische Musikkassetten gehört und mitgesungen“, erzählt sie. Das habe ihr so viel Spaß gemacht, dass sie schließlich sogar Französisch auf Lehramt studierte. „Manchmal kommt dann bei ihr die Lehrerin durch und ich muss Texte übersetzen, um mein Französisch aufzufrischen“, lacht Joschua Claassen und nickt der Sängerin charmant zu.

Die Chemie stimmt zwischen dem Duo

Als Beobachter merkt man sofort, dass es auf musikalischer Ebene zwischen den beiden passt, auch wenn sie privat kein Paar sind. „Die Chemie stimmt. Wir ergänzen uns gut“, finden sie. Das sei besonders wichtig, weil sie sich während eines Auftritts voll und ganz aufeinander einstellen und aufeinander verlassen müssen. „Ich spiele selten haargenau nach Noten und sie hält Töne auch mal spontan länger oder kürzer. Wenn wir da nicht aufeinander Rücksicht nähmen, würde es vermutlich chaotisch werden und nicht mehr schön klingen“, beschreibt der Pianist die Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit. Hin und wieder bringe sie ihn zur Weißglut, wenn sie spontan, wenige Minuten vor dem Auftritt, die Setliste mal wieder völlig durcheinander wirble. „Aber das ist schon okay“, sagt er und grinst. Richtige Unstimmigkeiten oder gar Streit habe es aber in der Vergangenheit noch nicht gegeben.

Manchmal braucht es Überwindung

Was neben all der Musikalität auf der Bühne bei MademoiCelle nicht fehlen darf, ist eine kleine Prise Schauspiel. Das mache Chansons an sich aus, man müsse sich regelmäßig in neue Rollen hinein fühlen können. Am Anfang gar nicht so leicht. „Ich musste mich erst einmal langsam herantasten und schauen, ob mir der Teil der Performance überhaupt Spaß macht und ob ich mich damit anfreunden kann“, erinnert sich Kerstin Schiewek-Jahn. Allerdings merkte die 38-Jährige recht schnell, dass ihre Sorgen und Ängste diesbezüglich unbegründet waren. „Ich hab schnell festgestellt: „Hey ich kann das ja“.“ Und auch Joschua Claassen kennt das Gefühl, sich hin und wieder überwinden zu müssen. „Man schlüpft halt in Rollen, das ist jedes Mal wieder eine kleine Herausforderung.“

Fast alles dreht sich um Musik

Hauptberuflich Lehrer, nebenberuflich Musiker, bleibt da überhaupt noch Zeit für andere Dinge? „Eine berechtigte Frage“, gibt Joschua Claassen zu. „Die Musik ist mein größtes Hobby, ich singe noch im Chor und leite einen Chor, eigentlich dreht sich fast alles um Musik.“ In seiner Freizeit höre er übrigens nicht nur französische Lieder. „Ich mag eigentlich fast alles, Hardrock vielleicht nicht unbedingt. Am liebsten ist mir wahrscheinlich Jazz“, erzählt er und beginnt zu strahlen. Kein Wunder also, dass die jazzigen Passagen ihm am besten gefallen. Und auch bei Kerstin Schiewek-Jahn hat die Musik einen enormen Stellenwert. „Von nichts kommt ja auch nichts, ich will ja auch so gut sein wie möglich“, sagt sie. Mindestens genauso wichtig ist ihr allerdings ihre Familie. Sie ist verheiratet und Mutter eines Mädchens. „Meine Tochter ist fast zwei, mit ihr verbringe ich natürlich auch so viel Zeit wie möglich“.

Zukunfstpläne

Für die Zukunft hat das erfrischend andere Duo einige Pläne. „Unter anderem arbeiten wir derzeit an einigen eigenen Stücken“, kündigen sie freudig an. In diesem Jahr spielten sie bereist zehn Konzerte, müde sind die beiden Lehrer jedoch noch lange nicht. Im nächsten Jahr stehen wieder mindestens genauso viele Auftritte an. Natürlich auch in Celle. Eine gute Gelegenheit, um für einen Abend in die Welt des Chansons einzutauchen und für einen Augenblick gedanklich ins ferne, fantasievolle Frankreich zu entschwinden.

Von Marie Nehrenberg

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