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Typen Eicklinger Jörn Schepelmann kämpft mit 31 Jahren um Einzug in den Landtag
Mehr Typen Eicklinger Jörn Schepelmann kämpft mit 31 Jahren um Einzug in den Landtag
11:09 06.10.2017
Quelle: Michael Schäfer
Eicklingen

Und jetzt steht Schepelmann vor dem nächsten Meilenstein seiner politischen Karriere. Als die CDU im vergangenen Jahr einen Kandidaten für den Landtag suchte, war für den gelernten Bankkaufmann klar: "Ich will das werden." Schon länger sei er überzeugt gewesen, dass der Landtag für ihn auf lange Sicht das richtige Gremium wäre, um etwas zu bewegen. "Aber die Kandidatur kam schneller als gedacht", erzählt der Eicklinger. "Manchmal musste ich mich selber zwicken, ob das wirklich alles passiert."

Umso entschlossener gibt sich Schepelmann nun im Wahlkampf. Die Gespräche mit Bürgern drehten sich oft um das Thema Bildung. Gerade die Abschaffung der Förderschulen, um "Kinder in die Zwangsbeglückung der Inklusion zu schicken", sei ein Fehler gewesen, kritisiert der CDU-Politiker. "Eltern wissen, was für ihre Kinder am besten ist. Inklusion ja, aber Eltern sollen die Wahlfreiheit haben", stellt Schepelmann klar.

Weitere zentrale Themen sind für den Eicklinger die Innere Sicherheit und die Infrastruktur. "Wir müssen die Polizei personell wie materiell so ausrüsten, dass sie den starken Staat repräsentieren kann", sagt Schepelmann. Außerdem müsse der Ausbau von Breitband und mobilem Netz dringend vorangetrieben werden. "Es gibt Regionen, wo man komplett offline ist." Das habe er persönlich bei seinem Haustürwahlkampf erlebt. "Ich finde das unfassbar." Und auch die Ostumgehung in Celle müsse endlich gebaut werden.

Schepelmanns Leidenschaft für Politik wurde ihm praktisch in die Wiege gelegt. Sein Großvater saß bereits für die CDU im Gemeinderat. "Schon als Kind habe ich Fraktionssitzungen miterlebt", erinnert sich Schepelmann, der 2009 in die CDU und die Junge Union eintrat. Die Parteientscheidung fiel ihm leicht: "Für mich war klar, dass es nur die CDU mit ihren Werten und Themen sein kann. Sie ist für mich die Partei für den ländlichen Raum."

Auf dem Land fühlt sich Schepelmann wohl. Einmal zog es ihn nach Hamburg, "raus in die große, weite Welt". "Aber ich habe schnell gemerkt, dass ich das gar nicht will", sagt Schepelmann. "Ich liebe das Dorfleben." Der Zusammenhalt mache Eicklingen aus. Einen Ausgleich zu Berufsleben und Politikbetrieb findet Schepelmann in der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr, in die er mit 16 Jahren eintrat. "Das ist mein liebstes Hobby, hier kann ich abschalten", erzählt der Gruppenführer. Außerdem joggt er gerne und spielt Faustball. Sollte er in den Landtag gewählt werden, hätte er dafür noch weniger Zeit, aber das nimmt Schepelmann in Kauf – für seinen Traum.

Von Amelie Thiemann