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Mehr Typen Energiebündel am Beckenrand
17:42 11.09.2018
„Ich drücke mich nicht vor Verantwortung. Man kriegt im Ehrenamt so viel Resonanz, das motiviert.“ Der 78-jährige Peter Ritter aus Celle ist seit 15 Jahren ehrenamtlich für das Freibad Westercelle aktiv. Quelle: Marion Peterson
Celle

CELLE. Peter Ritter ist den Besuchern des Freibades Westercelle bestens bekannt. Seit Jahren sorgt er als Wasseraufsicht für die Sicherheit der Gäste und die allgemeine Ordnung. „Wir brauchen keine Security, hier ist es friedlich“, sagt er. Aber auch hinter den Kulissen ist Ritter aktiv. Zusammen mit dem ausgebildeten Schwimmmeister Slava Kouptschinsky kümmert sich der 78-Jährige um die Technik. Besonders stolz ist Ritter auf die Solaranlage, die 2006 installiert wurde und das Wasser im Becken auf angenehme Temperaturen bringt: „Das war eine große Investition für das Freibad.“ Den Zugang zur Technik hat Ritter in seiner Zeit als Berufssoldat gefunden.

Der gelernte Maurer wurde 1958 während seiner Grundausbildung in die Fliegerstaffel versetzt und fing dort an, sich für die Fliegerei zu interessieren. Als die Bundeswehr 1959 Flugzeugführer suchte, bewarb sich der damals 18-Jährige für die Ausbildung: „Montags waren wir noch 1500 Leute in der Vorauswahl. Es folgten diverse Tests in den Bereichen Gesundheit, Belastbarkeit und so weiter. Am Freitag blieben noch sieben Männer übrig, die bestanden haben. Ich bin genommen worden“, erinnert sich Ritter stolz. Im Anschluss absolvierte er die Flugzeugführerausbildung. „Ich hatte keine Angst vor dem Fliegen. Mit 20 Jahren hatte ich dann den Pilotenschein für Flächenflugzeuge, aber keinen Pkw-Führerschein“, sagt er und lacht.

In seiner 35-jährigen Dienstzeit bei der Bundeswehr hat Ritter eine bemerkenswerte Karriere gemacht. Vom Stabsfeldwebel wurde er nach einer Bildungsprüfung als Quereinsteiger in die Offizierslaufbahn aufgenommen. Am Ende seiner Tätigkeit für die Bundeswehr brachte er es zum Hauptmann und Flugsicherheitsoffizier. „1968 habe ich meine Instrumentenflugausbildung absolviert. Ein paar Jahre später war ich in den USA. Dort habe ich 1973 meine Flight Examiner Ausbildung erhalten.“ In seiner Dienstzeit kam der Pilot und Fluglehrer auf mehr als 9800 Flugstunden. „Das würde ich heute nicht mehr zustande bringen. Es war körperlich belastend“, führt Ritter aus. Er war immer in Deutschland stationiert und nie in Kriegseinsätze verwickelt. Rückblickend stellt er fest: „Der Dienst hat meinen Charakter geprägt. Ein Leben ohne Bundeswehr ist gar nicht vorstellbar. Aber für die Familie war die Zeit nicht einfach.“ Ritter, der selbst mit den Eltern und zwei Schwestern seine Kindheit und Jugend in Zwickau verbrachte, blickt auch kritisch zurück: „Meiner Frau aus erster Ehe habe ich es zu verdanken, dass unsere drei Kinder so gut geraten sind.“ Heute lebt Ritter mit seiner zweiten Ehefrau Bärbel in Altencelle, geheiratet haben sie 1998 nach Ritters Zeit bei der Bundeswehr.

Mit 53 Jahren schied Ritter nach 35 Dienstjahren aus der Bundeswehr aus. In einer Zeitung fand er ein Jobangebot in Wismar. „Als das Amt zur Regelung offener Vermögensfragen einen Sachbearbeiter gesucht hat, habe ich mich beworben. Drei Jahre habe ich mich um die Rückübertragung von jüdischem Grundvermögen gekümmert.“ Ritter erklärt, dass das Vermögen nach der Vertreibung oder der Ermordung der Juden an das Deutsche Reich gefallen war. Die DDR habe damals die Grundbücher nicht korrigiert. „Später haben die Nachfolgen der Juden mit Hilfe der Organisation Jewish Claims Conference Entschädigungen bekommen. Um diese Aufgabe zu bewältigen, habe ich Grundbucheintragungen recherchiert und neu bewertet.“

1996 zog der heute 78-Jährige nach Celle und baute in den Folgejahren die Ritter Objektbetreuung GmbH auf. Das Leitmotiv der US Army Aviation School „Above the best“ hat Ritter auf seine Arbeitshaltung als Selbstständiger übertragen. „Ich wollte das mein Betrieb zu den Besten gehört. Sonst wären wir auch nicht so weit gekommen. Alles was ich bei der Bundeswehr gelernt habe, habe ich in den Zivilbereich übertragen. Es war nicht einfach, aber es hat sich entwickelt. Bei der Bundeswehr hatte ich die Verantwortung für die Besatzung und die Soldaten. In meiner Selbstständigkeit musste ich Aufträge einholen, um am Monatsende die Gehälter für mehr als 30 Angestellte auszuzahlen.“

Ritter, der inzwischen mehr als 60 Jahre Berufsjahre hinter sich hat, strahlt auch im Ruhestand eine enorme Energie aus. „Früher habe ich vor meiner Arbeit im Betrieb die Wasseraufsicht im Freibad Westercelle gemacht. Jetzt als Rentner übernehme ich die Frühschicht von 6 bis 10 Uhr und fahre am Nachmittag nach Ovelgönne. Im Strandbad haben sie händeringend jemanden gesucht. Von 13 bis 18 Uhr mache ich dort regelmäßig die Aufsicht.“

Der Förderverein des Freibades Westercelle hat rund 650 Mitglieder. „Ohne die Säulen Mitglieder und Ehrenamt wäre das Bad nicht zu betreiben“, erklärt der 78-Jährige. Das Freibad Westercelle macht einen Umsatz von circa 300.000 Euro im Jahr. „Das ist schon ein kleiner Betrieb, den wir zusammen leiten.“ Der Sommer bedeutet fünf Monate Vollzeit, davor gibt es zwei Monate Vorbereitung und dann zwei Monate Nachbereitung. „Im Prinzip ist es ein Ganzjahresbetrieb. Alle hier sind sehr fleißig und es gibt viele helfende Hände.“

Ritter freut sich über großzügige Celler: „Der Förderverein ist sehr dankbar für die Spenden der Mitglieder und Badegäste. Firmen bringen sich ein durch Werbung. Wir sind ein gemeinnütziger Verein und stellen das Bad der Bevölkerung von Celle zur Verfügung. Bei uns kann man sehen, wie Bürger es schaffen, sich in Zeiten von knappen Ressourcen für die Allgemeinheit einzubringen.“ Das Freibad Westercelle steht heute dank regelmäßiger Wartung und Investitionen gut da. „Bevor die Saison 2019 startet, müssen Fensterelemente ausgetauscht werden. Auch die Schwimmmeisterkabine wird renoviert. Es gibt immer etwas zu tun.“

2003 galt der Betrieb als unrentabel und sollte wegen der hohen Reparaturkosten geschlossen werden. Zusammen mit anderen Gründungsmitgliedern setzte sich Ritter damals für den Erhalt des Freibades und ist seitdem Vorsitzender des Fördervereins. „Erfahrungen habe ich damals aus dem SV Rheine mitgebracht. Dort war ich stationiert und habe als Schwimmtrainer gearbeitet und den Vorsitz innegehabt. Hier in Celle musste der damalige Oberbürgermeister davon überzeugt werden, dass die Reparaturen nicht so dramatisch sind. Wir waren erfolgreich.“ Mit der Saison 2018 ist Peter Ritter mehr als zufrieden. Das gute Wetter hat dem Freibad enorm viele Badegäste beschert.

Von Marion Peterson

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