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Typen FDP-Direktkandidatin Anja Schulz kämpft für Selbstbestimmung
Mehr Typen FDP-Direktkandidatin Anja Schulz kämpft für Selbstbestimmung
18:47 08.09.2017
Bei ihren Ponys kann sich die FDP-Bundestagskandidatin Anja Schulz entspannen. Die Tiere stehen auf einer Koppel hinter Schulz' Wohnhaus in Testorf. Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Schulz hat bei der FDP eine Karriere im Turbogang hingelegt. 2013 trat sie zunächst bei den Jungen Liberalen ein, wenig später dann in die FDP. Dort ist sie Mitglied des Uelzener FDP-Kreisvorstands. Seit vergangenem Jahr sitzt die selbstständige Finanzberaterin für ihre Partei im Rat der Gemeinde Weste. "Wenn man etwas verändern will, dann muss man auch selber die Initiative ergreifen", sagt Schulz über ihre Motivation für das politische Engagement.

Nun tritt sie am 24. September bei der Bundestagswahl für die FDP an. "Ich sehe das als Chance und freue mich, dass man mir das Vertrauen geschenkt hat", sagt Schulz. Tatsächlich hätte sie erstmal einige Tage Bedenkzeit gebraucht, bevor sie einer Kandidatur zustimmte, denn: "Bundestag ist schon eine ganz schön große Nummer." Die Rückendeckung von Familie und Freunden bestärkten sie schließlich in ihrem Entschluss.

Am Wahlkampf reizt Schulz der Austausch mit den Menschen: "Ich lerne so viel dazu und erfahre, was die Menschen bewegt und beschäftigt." Digitalisierung, Generationen-Gerechtigkeit, die Vereinbarkeit von Job und Familie sowie die Aufstockung des Personals bei Polizei und Justiz sind für die FDP-Direktkandidatin zentrale Themen. Sie möchte beispielsweise den Breitbandausbau vorantreiben. "Schnelles Internet gehört für mich wie eine vernünftige Straße zur Infrastruktur", sagt die gelernte Bankkauffrau. "Wir müssen zukunftsorientiert und vorausschauend denken."

"Ich möchte Menschen befähigen und nicht bevormunden", nennt Schulz ihr Credo – der Grund, warum sie sich vor vier Jahren für den Eintritt in die FDP entschieden hat. "Mir geht es um Selbstbestimmung, und das bietet mir keine andere Partei." Jeder solle frei von staatlichen Zwängen leben können, findet die überzeugte Vegetarierin.

Privat engagiert sich Schulz als ehrenamtliche Geschäftsführerin des Uelzener Kreisvereins der Lebenshilfe. Der Verein legt seinen Schwerpunkt auf die Frühförderung behinderter Kinder. Das Thema liegt der gebürtigen Uelzenerin am Herzen: Ihr älterer Bruder Sebastian kam mit dem Down-Syndrom zur Welt.

Schulz steht auf Platz 17 der Landesliste und sagt selbst, dass ihr Einzug in den Bundestag "unrealistisch" ist. Das schreckt sie jedoch nicht ab: "Ich möchte möglichst viele Leute für unsere Politik begeistern."

Von Amelie Thiemann