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Typen Rolf Czybulka wünscht sich Ausstellungsräume
Mehr Typen Rolf Czybulka wünscht sich Ausstellungsräume
16:37 29.07.2014
Von Karin Dröse
Rolf Zcybulka in seinem Atelier. Quelle: Karin Dröse
Wietze

Wasser ist Thema der Jahresausstellung des Amateurmalkreises Celle. Rolf Czybulka hat seine Bilder dafür bereits fertig. Doppeldeutig ist sein Bild, das das nasse Element zeigt. Einerseits fließt Trinkwasser klar und schimmernd aus dem Hahn, andererseits kann es wild, brausend und salzig sein, wenn es an den sandigen Strand trifft. Beides vereint er in einem Bild. Dass der Wietzer Künstler und stellvertretende Vorsitzende des Amateurmalkreises Celle gerne Urlaub auf Sylt macht, hat er in seinen Werken festgehalten. „Zurück ins Leben“ hat er eines seiner Seebilder genannt. „Es ist nach einer Phase entstanden, in der es meiner Frau und mir nicht gut ging“, sagt Rolf Czybulka nachdenklich. Das Leben so abzubilden, wie es wirklich ist, danach handelt er.

Beim Malen braucht der 61-Jährige Freiraum, um entscheiden zu können, wie er etwas umsetzt. Deshalb lässt er sich nicht auf eine Stilrichtung festlegen. Und er greift nicht nur zur Acrylfarbe, sondern experimentiert auch mit Formen. Er kombiniert ein Bild, das den Titel „Der Schrei“ trägt, mit Schaukästen, die erzählen, wie das Opfer eines Messerangriffs zwischen Leben und Tod schwebt. Czybulka, der seit 2004 künstlerisch aktiv ist, arbeitet gerne dreidimensional.

Eine dieser neueren Werke sei eine Hommage an Frauen, die an der Straße stehen. Die Plastik zeige, was sie ertragen müssten: „Willenlos sind sie ihren Kunden gegenüber“, meint er. In seiner Arbeit zeigt er dies dadurch, in den er sie ohne Arme und ohne Kopf darstellt. Eine Schaufensterpuppe stand Modell für diese und andere plastische Arbeiten. Mit Strohseide, die er lackiert, schafft er die Körperlichkeit dieses Kunstwerkes. Das Thema Beziehungen verarbeitet der Wietzer Künstler anschaulich und lässt dabei seine Gedanken einfließen. Verliebt, verlobt, verheiratet, und dann zerplatzt der Traum mit einem großen Krach. Risse zeigen es in einem seiner Werke sehr anschaulich.

Eines seiner Bilder hängt im Foyer des Wietzer Erdölmuseums und ist der Hunäus-Bohrung gewidmet. Seine Blumenbilder haben mehrfach Eingang in den Katalog „Flower for life“ gefunden. Gemeinsam gegen Schlaganfall heißt diese Aktion einer Krankenkasse. Die eingereichten Bilder werden verkauft oder an Krankenhäuser verschenkt.

Platz zum Arbeiten hat Rolf Zcybulka im Einfamilienhaus in Wietze, das er mit Ehefrau Dagmar bewohnt, reichlich. Die beiden erwachsenen Kinder sind ausgezogen, und so kann er die obere Etage komplett für seine künstlerische Arbeit nutzen. Allerdings wünscht er sich mehr Möglichkeiten für Künstler, ihre Werke auszustellen. Bislang hat er seine Arbeiten mehrfach im Celler Bomann-Museum gezeigt, wo er auch arbeitet. Regelmäßig beteiligt er sich an Jahresausstellungen des Amateurmalkreises. Der Wietzer stellte bereits im Atelier 22 in Celle, in einem Geschäft in Wietze und bei der Aktion „Kunst auch hier“ aus. Bilder von ihm sind demnächst in Celle zu sehen. Die Ausstellung des Amateurmalkreises wird am Sonntag, 10. August, 15 Uhr, in der alten Exerzierhalle in Celle eröffnet.

Karin Dröse