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Typen Thomas Ehrhorn: Ein Pilot mit Ticket für den Bundestag
Mehr Typen Thomas Ehrhorn: Ein Pilot mit Ticket für den Bundestag
14:34 26.09.2017
Von Simon Ziegler
Quelle: David Borghoff
Jarnsen

Thomas Ehrhorn ist bei der „Alternative für Deutschland“ ein Mann der ersten Stunde. Er übernahm den Celler Kreisvorsitz, da war die AfD noch die Partei von Bernd Lucke. Bereits vor vier Jahren kandidierte er für den Bundestag, als die AfD vornehmlich noch als Partei der Euroskeptiker galt.

Seitdem hat sich dort vieles geändert. Das Führungspersonal, die Inhalte, auch die Nähe zum rechten Rand. Ehrhorn selbst gibt sich bürgerlich. „Wenn man nicht explizit links ist, wird man sofort als rechts tituliert“, sagt er auf die Frage, ob er denn rechts sei. Er sieht sich „rechts von der Mitte“. Seine Selbsteinschätzung: „Meine Positionen sind die, die die CDU vor 20 Jahren vertreten hat. Die AfD ist eine legitime Nachfolgepartei der CDU.“

Thomas Ehrhorn ist ein rationaler Mann. Einer, der mit Bedacht formuliert. Worte wie von Spitzenkandidat Alexander Gauland, der davon schwadroniert hatte, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, in „Anatolien zu entsorgen“, kann man sich bei ihm nicht vorstellen. „Das ist eine Sprache, die ich nicht verwenden würde“, sagt er selbst. Der umstrittene AfD-Rechtsaußen Björn Höcke „ist auch für mich ein schwieriger Fall. Ich identifiziere mich nicht mit ihm“, so der Celler Direktkandidat. Die AfD könne sich das Image einer rechtsradikalen Partei nicht leisten. Doch Ehrhorn sieht die Partei auch als Opfer: „Bei uns wird jedes Wort auf die Goldwaage gelegt.“ Was das Bundespersonal angeht, hält es Ehrhorn eher mit Alice Weidel, der „kommenden Frontfrau der AfD“, wie er sie nennt.

Thomas Ehrhorn wurde in Helmstedt geboren, aufgewachsen ist er in Braunschweig. Mit dem Celler Land ist er schon lange verbunden. Ehrhorn lebte in Bargfeld und in Lachendorf, ehe er sich vor 13 Jahren in Jarnsen niederließ, er blieb dem Lachendorfer Land treu. Seinen Beruf gibt er nach der Bundestagswahl nur schweren Herzens auf. Ehrhorn ist Pilot. Der 58-Jährige fliegt für eine Tochter der Deutschen Flugsicherung in Braunschweig. Ehrhorn ist verheiratet und hat eine Stieftochter.

Er sei in die Politik gegangen, weil ihn ein „großes Gerechtigkeitsgefühl antreibe“, sagt der Jarnser. Was er in Berlin konkret für den Kreis Celle erreichen will, bleibt vage. Von zentraler Bedeutung sei das Thema Bildung. Thomas Ehrhorn, der auch im Kreistag sitzt, will zurück zum „dreigliedrigen Schulsystem, das wir leider aus ideologischen Gründen kaputtreformiert haben“.

Für die Bundestagswahl am 24. September erhofft sich der 58-Jährige ein zweistelliges AfD-Ergebnis. Wichtig sei auch das künftige Erscheinungsbild der Partei. „Wir müssen wegkommen vom Image der uncoolen Altherrenpartei. Das sind wir nämlich nicht.“

Trump und Erdogan entsprechen genauso wenig meiner Vorstellung von einer Idealbesetzung wie Frau Merkel in der Bundesrepublik.

Was ist Ihr liebstes Hobby?

Ich fahre Motorrad

Wer ist Ihr politisches Vorbild?

John F. Kennedy

Welches Buch lesen Sie momentan?

Bruno Bandulet: Die letzten Tage des Euro

Was wollen Sie unbedingt für den Landkreis Celle erreichen?

Eine ideologiefreie Bildung für die kommende Generation unserer Schüler
Was essen Sie am liebsten?

Ich esse gern griechisch

Welche Schlagzeile wollen Sie nie lesen?

Bundestag beschließt Legalisierung von Kinderehen

Wo haben Sie zuletzt Urlaub gemacht?

Robinson Club am Golf von Antalya

Ihr Lieblings-Schauspieler?

Tom Hanks

Was mögen Sie an den Menschen hier am meisten?

Ich schätze Menschen, die aufrecht und gerade sind, die (...) gegen den Strom schwimmen (...). Ich weiß, dass es im Celler Land viele von dieser Sorte gibt.