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Typen Winser Maximilian Schmidt will "mit Sportsgeist" in den Landtag
Mehr Typen Winser Maximilian Schmidt will "mit Sportsgeist" in den Landtag
11:12 06.10.2017
Von Simon Ziegler
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Winsen (Aller)

SÜDWINSEN. In solchen Momenten relativiert sich vieles, was sonst an erster Stelle steht. Das ist auch bei Berufspolitiker Schmidt in der heißen Phase des Wahlkampfes nicht anders. „Es gibt Dinge, die sind wichtiger als alles andere auf der Welt“, sagt der Sozialdemokrat, der im Wahlkreis Bergen zum zweiten Mal den Einzug in den Landtag schaffen will.

Die Chancen stehen nicht schlecht. Schmidt, der Politikwissenschaften studiert hat, steht auf Platz 15 der SPD-Landesliste, was unter normalen Umständen für den Wiedereinzug reichen sollte. Doch Schmidt wäre nicht Schmidt, wenn er nicht um das Direktmandat gegen CDU-Kandidat Jörn Schepelmann kämpfen würde. Im konservativ geprägten Landkreis Celle sei man als Sozialdemokrat zwar immer der Underdog, sagt Schmidt, „doch ich habe Sportsgeist“.

Das nimmt man ihm ohne weiteres ab. Einen Vorteil hat Schmidt gegenüber Schepelmann: Er ist schon deutlich bekannter als sein zwei Jahre jüngerer Konkurrent. Seit über zehn Jahren sitzt der Sozialdemokrat im Celler Kreistag und im Winser Gemeinderat. 2013 wurde Schmidt in den Landtag gewählt, ist dort Sprecher der SPD-Fraktion für die Themen Digitalisierung und schnelles Internet. Zudem vertritt er das Land Niedersachsen im Kongress des Europarates.

Die Aufzählung zeigt: Für den 33-Jährigen ging es schnell nach oben. Maximilian Schmidt, das müssen auch seine Konkurrenten anerkennen, ist ein großes politisches Talent – rhetorisch stark, selbstbewusst, agil. Er selbst sagt es so: „Ich glaube, dass ich durchsetzungsstark bin.“

Geboren wurde Maximilian Schmidt 1983 in Dresden. Nach der Wende ging seine Mutter mit ihm und seinem Bruder nach Westdeutschland. In Winsen fanden sie ihre Heimat. „Hier bin ich aufgewachsen“, sagt Schmidt, der 2017 kurz vor seiner Hochzeit nach Südwinsen gezogen ist.

„Ich kandidiere nicht, weil ich da rein will“, sagt der Landtagsabgeordnete, „sondern weil ich für meine Überzeugungen etwas erreichen will“. Sein schönster Moment als Abgeordneter sei es gewesen, als er seinen Arm für die Abschaffung der Studiengebühren gehoben hat. Zu seinen wichtigsten Zielen gehört, dass Bildung nichts mehr kostet. Kita-Gebühren sollen abgeschafft werden. Im Kreis Celle müsse in wichtige Standortfaktoren investiert werden, so Schmidt. Das heißt zum Beispiel: „Glasfaser bis an jede Haustür.“ Der Winser will sich auch für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land einsetzen. „Unser Landkreis darf nicht abgehängt werden.“