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Joachim Gries Autor: Joachim Gries, am 10.10.2013 um 11:49 Uhr
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Bein amputiert: Wieder Katze in Eschede schwer verletzt

Ende September war im Habighorster Ortsteil Habighorster Höhe auf den anderthalbjährigen Kater Ricki geschossen worden. Dabei wurde das Tier schwer verletzt. Jetzt wurde in Eschede eine junge Katze so attackiert, dass ihr ein Bein amputiert werden musste.

ESCHEDE. Schon wieder eine rätselhafte wie grausame Attacke auf eine Katze, dieses Mal in Eschede. Am Sonntagmorgen ließ Cordula Wehrhahn ihre beiden Katzen aus dem Haus, die sechsjährige Felix und die etwa einjährige Mohrle. Gegen 11.30 Uhr fand ihre Tochter Lena Mohrle unter einer Hecke ein paar Meter vom Haus entfernt. Die Katze schrie, als Wehrhahn sie packte und ins Haus holte, fehlten Pfote und ein Teil des rechten Hinterbeins, auch die linke Vorderpfote war verletzt.

In einer Celler Tierklinik wurde der jungen Katze am Nachmittag das Hinterbein komplett amputiert. Die Katze blieb zwei Tage stationär in der Praxis, am Dienstagnachmittag durfte Wehrhahn sie wieder mit nach Hause nehmen. Die Tierärztin habe so etwas noch nie gesehen, sagte sie. Vermutlich sei das Tier mit dem Bein in eine Falle geraten. Oder ein Mensch hat ihm die schwere Verletzung beigebracht.

Felix ist seit Sonntag verschwunden. Die Katze war sehr zutraulich, sie ging mit der Familie spazieren. Und sie war fußballbegeistert: Wenn die Kinder Fußball spielten, saß sie auf dem Tor, die Schüsse konnten sie nicht verschrecken. Deshalb wurde sie auch Felix getauft, nach Trainer Felix Magath – obwohl sie eine Katze und kein Kater war. Im Straßenverkehr war Felix sehr vorsichtig, kürzlich sei sie sogar am Zebrastreifen sitzen geblieben, bis die Autos anhielten, erzählt Wehrhahn. Die nahe Bahnstrecke mieden beiden Katzen.

Mohrle liegt jetzt im Körbchen, die große Wunde ist vernäht. Sie bekommt ein Antibiotikum und Schmerzmittel. Ein Kragen aus Kunststoff hindert sie daran, an der Wunde zu lecken. Über 600 Euro muss Wehrhahn für die Operation bezahlen, und weitere Behandlungen sind notwendig.

Die 38 Jahre alte Frau kann sich gar nicht vorstellen, dass Menschen einem Tier so etwas antun. Ihre Tiere, neben den beiden Katzen auch ein kleiner Hund, hätten ihr in schlechten Zeiten Kraft gegeben, sagt Wehrhahn. Und zu den schlechten Zeiten zählte, dass Unbekannte vom Grundstück Fahrräder stahlen, ihren Motorroller demolierten, eine Beule ins Auto schlugen, ihr Quad manipulierten, dass das Getriebe zerstört wurde. „Man kann es nicht erklären“, sagt sie. Niemand aus der Nachbarschaft hat nach ihren Angaben etwas gesehen.

Erst eine Woche zuvor war in Habighorst auf einen anderthalbjährigen Kater geschossen worden. Joachim Gries

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Cordula Wehrhahn mit ihrer Katze Mohrle, der das rechte Hinterbein amputiert werden musste. Foto: Joachim Gries
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