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Celler Bomann-Museum zeigt Wandel deutscher Wohnkultur

Historikerin Hilke Langhammer am Info-Pult des Biedermeier-Zimmers. Foto: Alex Sorokin / Rolf-Dieter Diehl

Mit den Schlagworten „Herd und Heim – Bildung und Verein“ ist die Abteilung „Bürgerkultur in Celle“ untertitelt, die siebte neu gestaltete Dauerausstellung des Bomann-Museums. Sie öffnet dem Besucher ein Fenster in die widersprüchliche Epoche des mehr als nur einen Möbelstil umfassenden „Biedermeier“, um 1750 noch ein Spottbegriff und schon 50 Jahre später ein Synonym für die „gute alte Zeit“.

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CELLE. Auf den Spuren des eindrucksvollen Wandels deutscher Wohnkultur führt der Weg durch einen trefflich samt Konzertflügel und biedemeiertypischem Sekretär inszenierten Salon, eine großzügig ausgestattete Küche und einen separierten Schlafraum und richtet den Blick dabei beispielhaft auf die „gutbürgerlichen“ familiären Lebensverhältnissen von Celler Kaufleuten, Bürgermeistern und Handwerkern.

Die Ausstellung zeigt aber auch die andere Seite des neu entdeckten bürgerlichen Lebensstandards. Zum einen die Arbeitsbedingungen der Dienstboten, die rund um die Uhr verfügbar sein mussten. Zum anderen die Einbindung der zum Lebensunterhalt beitragenden Kinder, sei es bei Produktionsabläufen im elterlichen Betrieb oder etwa auf den Erdölfeldern.

Der „Entdeckung der Kindheit“ – angefangen mit der Einrichtung einer Spielecke im Wohnzimmer – wird daher ein eigenes Kapitel in dieser Ausstellung gewidmet. Das Spielzeug diente dabei allerdings vornehmlich der Vorbereitung auf das Erwachsenwerden und das damit verbundene Rollenbild: Puppenstube und Kaufmannsladen für die Mädchen, Zinnsoldaten und Holztrecker für die Jungen.

Das Rollenbild setzte sich bis ins Erwachsenenalter fort: Die Frau gehörte ins Haus, in die Küche, an den Herd, der Mann bestimmte das „Außenleben“ (Hobby, Freizeit) samt Vereinsleben, vom Gesangverein bis zum Kegelclub. Dazu zeigt die Ausstellung typische Beispiele jener Zeit, von der Einrichtung einer privaten Schule für „höhere Töchter“ bis zur Gründung des exklusiven Allerclubs für den – wie zu erfahren ist – ursprünglich ausschließlich Männern vorbehaltenen „Genuss gehobener Unterhaltung unter Ausschluss der Öffentlichkeit“. Dass es neben solchen exklusiven Vereinen auch sogenannte Arbeitervereine gab, verdeutlicht die damals häufig vorgenommene Ausgrenzung auf beiden Seiten.

Viel Raum widmet die Ausstellung auch den damaligen „Revolutionen im Haushalt“ sowie den Haesler-Siedlungen mit allen damit verbundenen Initiativen und sozialen Errungenschaften. Und bei jedem Themenkomplex stehen dem Besucher – wie überall in diesem vorbildlich auf heutige Zielgruppen ausgerichteten Museum – neben übersichtlichen Text- und Bildtafeln auch multimediale Informationsquellen zur Verfügung.

Rolf Dieter-Diehl Autor: Rolf Dieter-Diehl, am 25.10.2013 um 11:09 Uhr
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