Ein sogenanntes "Follow Me"-Fahrzeug geleitet ein Flugzeug in Frankfurt zur Parkposition. Die Gewerkschaft der Flugsicherung…
Streik am Flughafen geht weiter: Harte Fronten
Frankfurt/Main (dpa) - Keine Entwarnung für Passagiere am Frankfurter Flughafen: Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat den Streik der rund 200 Mitarbeiter auf dem Vorfeld bis Freitagnacht verlängert.
Der Betreiber Fraport kommt allerdings nach eigenen Angaben mit den Folgen des Arbeitskampfes immer besser zurecht. Die eigens geschulten Ersatz-Teams bekämen ihre Aufgaben als Vorfeldlotsen, Einweiser und Disponenten immer mehr in den Griff und entwickelten Routine, sagte ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport. Es würden auch laufend weitere Leute geschult, so dass man auch auf einen längeren Streik eingerichtet sei.
Am Dienstag, dem vierten Streiktag, sollten nur noch 187 Flüge ausfallen nach 240 am Montag. Mehr als 1000 Verbindungen, darunter alle Interkontinentalflüge, standen hingegen auf dem aktuellen Flugplan. Seit Streikbeginn am Donnerstag sind nach Flughafenangaben rund 750 Flüge ausgefallen.
«Natürlich wollen wir den Druck erhöhen», begründete GdF-Sprecher Matthias Maas am Dienstagmorgen die erneute Streikverlängerung. Der Flughafen-Betreiber Fraport solle an den Verhandlungstisch zurückkehren. Maas kritisierte zugleich den Einsatz der Ersatzleute. Eine zu kurze Einarbeitungszeit sei «fahrlässig und gefährlich». Er habe Zweifel, dass die Mitarbeiter alle berechtigten Lizenzen hätten.
Nach der erneuten Verlängerung des Streiks durch die GdF in der Nacht auf Dienstag soll der Ausstand nun bis Freitagnacht (24. Februar/23.00 Uhr) dauern. Die GdF will laut Fraport bis zu 70 Prozent höhere Entgelte für die kleine Gruppe durchsetzen. Wegen des Nachtflugverbots ist die Betriebszeit in Frankfurt täglich auf 18 Stunden zwischen 05.00 und 23.00 Uhr begrenzt.
Die Fraport forderte die GdF erneut auf, kompromissbereit an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Das Unternehmen hatte einen Schlichterspruch des CDU-Politikers Ole von Beust abgelehnt, weil dieser das Gehaltsgefüge bei der Fraport gesprengt hätte. Das Unternehmen bezifferte seinen Umsatzverlust aus den beiden Streiktagen in der vergangenen Woche auf bis zu 4 Millionen Euro.