Anleger nehmen im Dax Gewinne mit
Frankfurt/Main (dpa) - Am deutschen Aktienmarkt sind nach der Freigabe des zweiten milliardenschweren Hilfspakets für Griechenland am Dienstag Gewinne mitgenommen worden. Bis zum Nachmittag gab der Dax um 0,68 Prozent auf 6901 Punkte nach.
Bei 6971 Punkten hatte er zuvor noch sein Hoch seit dem 1. August 2011 weiter ausgebaut. Dieses allerdings zu knacken, dürfte noch etwas dauern: Das Tageshoch betrug damals rund 7282 Punkte. Seit Mitte Dezember ist der Leitindex diesem Ziel aber bereits um rund 25 Prozent näher gekommen. Der MDax gab am Dienstag um 0,93 Prozent auf 10 487 Punkte nach. Der TecDax sank um 0,70 Prozent auf 787 Punkte.
Die Dax-Tendenz sieht Marktstratege Klaus Stabel von der ICF Kursmakler AG aber weiter positiv. «Die Unternehmensbilanzen sind bisher nicht schlecht und die Konjunkturbefürchtungen werden inzwischen relativiert», sagte er.
Dass das Rettungsprogramm für Griechenland nun auf den Weg gebracht worden ist, sei zwar positiv, «aber nur ein Pyrrhussieg», sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. Er erwartet im Sommer einen kontrollierten Austritt Griechenlands aus der Eurozone und meint, dass dafür nun die Weichen gestellt und «Brandmauern» errichtet würden. «Das Land braucht eine Perspektive, aber private Investoren fehlen zurzeit noch und solange Griechenland im Euro bleibt, werden die nicht kommen.»
Bankenwerte zählten zu den Verlierern im Dax: So gaben die Titel der Deutschen Bank um 2,49 Prozent nach und die der Commerzbank um 1,35 Prozent. Ein möglicher Grund dafür ist laut Stratege Halver, dass Griechenland als Blaupause für das ebenfalls schwer angeschlagene Portugal gesehen werden könnte.
Mit Fresenius Medical Care (FMC) und Fresenius rückten zudem zwei Unternehmen mit ihren Bilanzen in den Blick der Anleger. Leichte Enttäuschungen bei Umsatz und Ausblick belasteten die Aktie des Dialysespezialisten FMC, die um 0,71 Prozent auf 53,42 Euro nachgab. Der Medizinkonzern Fresenius erfüllte zwar die Markterwartungen, doch das Papier gab trotzdem um 0,61 Prozent auf 77,90 Euro nach.
ThyssenKrupp büßten als größter Dax-Verlierer 2,57 Prozent auf 20,82 Euro ein und litten unter einer negativen Studie der UBS.
Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,62 (Montag: 1,60) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,11 Prozent auf 130,30 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,17 Prozent auf 138,20 Punkte. Der Kurs des Euro gab etwas nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3222 (1,3266) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7563 (0,7538) Euro.