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Kreuzweg beginnt in Wietze

J¸rgen Selke-Witzel Diˆzesenreferent f¸r Umweltschutz und Nachhaltigkeit (vorne) und Landesbischof Ralf Meister (hinten links) helfen unter anderem dabei das Kreuz vom Schlachthof in Wietze in den Ort zu tragen. Foto: Tore Harmening

Als gesamtgesellschaftliche Aufgabe sehen Kirchenvertreter die Herausforderung eine ethisch vertretbare Nahrungsmittel-produktion zu haben. Das machten sie bei Auftakt des Kreuzweges in Wietze deutlich.

WIETZE. Ein Kreuz aus den Holz einer Lärche, die über dem Atommülllager Asse 60 Jahre lang gewachsen ist, 4,50 hoch, 2,50 breit. Gestern stand es neben dem Schlachthof in Wietze.

Es war der Beginn des ökumenischen Kreuzweges der Schöpfung und einige 100 Menschen, die meisten Gegner des Schlachthofs, waren gekommen, um den Weg vom dort bis zur katholischen Kirche im Ort mitzugehen. Doch einfach die Schuld alleine auf die Betreiber zu schieben, wollten die Kirchenvertreter nicht. Sie sehen das Thema Nahrungsmittelproduktion als eine Aufgabe für alle.

„Welche Verantwortung nehmen wir wahr, als Verbraucher, als Beschäftigte, als Unternehmer?“, fragte Landesbischof Ralf Meister in seiner Predigt am Ende des Weges in der katholischen Kirche in Wietze. Er verwies auf eine von der Landessynode geforderten landwirtschaftliche Tierhaltung, die sich den Herausforderungen einer „Ethik der Selbstbegrenzung stellen muss. Das gilt im Blick auf alle Formen der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Und das entscheidende Kriterium ist die Qualität des Umgangs mit den Nutztieren“, so Meister.

Dabei handele es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die ein verändertes Verbraucherverhalten ebenso umfasse wie angemessenere wirtschafts-, sozial- und umweltpolitische Rahmenbedingungen. Der Kreuzweg zeige, dass es keine für alle Zeit gültigen Antworten gebe. „Doch wir sind miteinander unterwegs, um unseren Umgang mit der Schöpfung vor Gott zu bringen. Es ist ein Umgang in Schuld. Was sind wir Gott schuldig, was sind wir uns schuldig, was den Lebewesen, denen wir begegnen?“, sagt Meister.

Schon am Schlachthof hatte es zuvor am Nachmittag einige Redebeiträge gegeben, die sich mit dem System Nahrungsmittelproduktion beschäftigten. Die Hähnchenschlachtanlage Wietze sei ein Symbol geworden für „eine Landwirtschaft, die das Nutztier mehr als industriellen Rohstoff, denn als Geschöpf Gottes verbraucht“, sagte Jürgen Selke-Witzel, Diözesanreferent für Umwelt und Nachhaltigkeit beim Bistum Hildesheim.

Pfarrer Günter Birken von der Sühnekirche vom Kostbaren Blut in Bergen ergänzte, dass Gottes Bund mit allen Wesen aus Fleisch ist, also auch mit den Hühnern. „Ich bekenne aber auch, dass ich einige Tage später vielleicht wieder ein Brathähnchen essen werde. Viele sind Vegetarier, ich schaffe das nicht“, so Birken.

Eine Tontafel mit dem Namen Wietze wurde vor dem Schlachthof an das Kreuz geschraubt. Nach dem Auftakt des Kreuzweges in dem Ort im Westkreis wird es noch zum Schacht Konrad bei Salzgitter, dann zur Asse und schließlich nach Gorleben gebracht, wo es seinen endgültigen Platz bekommt.
Tore Harmening Autor: Tore Harmening, am 26.02.2012 um 17:43 Uhr
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