Mit hartem Training nach Brasilien

Vielseitigkeitsreiter Johann-Philipp Vielseitigkeitsreiter Johann-Philipp Bechstein und Chant Noir haben ein Ziel: Olympia 2016 in Brasilien. Foto: Anne Friesenborg

Von Kindesbeinen an ist das Reiten die große Leidenschaft des Wietzers Johann-Philipp Bechstein. Großes Ziel des Vielseitigkeitsreiters: Er will in vier Jahren zu den Olympischen Spielen in Brasilien. Die CZ besuchte den 23-Jährigen beim Training.

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WIETZE. In Brasilien will er dabei sein: Johann-Philipp Bechstein aus Wietze hat ein großes Ziel vor Augen, die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Kürzlich nahm der 23 Jahre alte Vielseitigkeitsreiter mit seinem Rapphengst Chant Noir in Frankreich an einer international hochklassigen Prüfung teil. Von 116 Startern, darunter Olympiareiter, Welt- und Europameister, belegte das Paar einen hervorragenden fünften Platz. Erfolge wie diese kommen nicht von ungefähr, sondern erfordern harte Arbeit und viel Disziplin. Der Rat der Trainer, Ruhe zu bewahren, trägt nun Früchte. Zum Dressur-Training fährt der junge Reiter so oft es geht zu Hans-Jürgen Armbrust nach Soltau, beim Springtraining erhält er Unterstützung vom Springreiter Thomas Brandt aus Winsen.
Brandt kennt den jungen Mann schon von klein auf, aber im Training wird hart gearbeitet. Bevor es an die Hindernisse geht, müssen Bechstein und Chant Noir sich aufwärmen, mit verschiedenen Richtungswechseln über den gesamten Platz leicht traben.
„Fontainebleau war der erste Turnierstart in dieser Saison. In der Dressur ging es schon sehr gut, aber mein Pferd war etwas zu übereifrig. Im Springen lief es perfekt mit einer Nullrunde. Im Gelände war Chant Noir superschnell und der fünfte Platz schon ein super Ergebnis“, berichtet der Sportler.
„Die gymnastische Arbeit mit dem Pferd ist ungeheuer wichtig, um Verletzungen vorzubeugen“, erklärt Trainer Brandt. Die ersten kleinen Hindernisse werden übersprungen. Brandt ist damit nicht zufrieden und ruft: „Das Pferd ist wohl noch nicht bei dir, versuche es noch einmal und mache zwischen den Hindernissen einen Galoppsprung mehr.“
Johann-Philipp Bechstein fing mit sieben Jahren an zu reiten. Sein erstes Pony Miraculix war nicht einfach zu beherrschen und oft stand der junge Reiter daneben. Mit 13 Jahren übernahm er den Sachsen-Anhaltiner Fuchswallach Dariano, ein erfahrenes Vielseitigkeitspferd. „Von Dariano habe ich sehr viel gelernt, mit ihm habe ich zweimal Goldene Schärpe geritten und beide Male mit der Mannschaft gewonnen“, berichtet Bechstein.
Nach dem Abitur begann der junge Mann eine Ausbildung zum Pferdewirt und lernte bei Vielseitigkeitsreiter und Mannschafts-Olympiasieger Andreas Dibowski viel dazu. Bei Dibowski hatte er die Möglichkeit, sein Nachwuchspferd Nexxus auszubilden. Nexxus galt seinerzeit als „nicht reitbar“. Mit viel Ruhe und Einfühlungsvermögen und der Erfahrung von Andreas Dibowski ist das Pferd heute unter dem Sattel von Johann-Philipp Bechstein ein verlässlicher Partner geworden, dem viel Ausstrahlung und Potenzial bescheinigt wird. In diesem Jahr ist die Teilnahme am Bundeschampionat geplant und bei erfolgreichem Abschluss die Teilnahme an der Weltmeisterschaft.
Mittlerweile studiert der zielstrebige Reiter Jura in Göttingen. Die Pferde sind immer dabei und Bechstein arbeitet vor und nach den Vorlesungen mindestens eine Stunde mit ihnen. Unterstützung erhält er dort vom Pferdewirtschaftsmeister Philipp Hess aus Bettenrode.
„In Warendorf beim Deutsches Olympiade-Komitee für Reiterei habe ich den Tunnelblick trainiert, der Kopf muss frei sein und man muss sich von dem Leistungsdruck befreien. Während der Prüfungen muss der Reiter in der Lage sein, sich von den äußeren Einflüssen abzuschotten“ erklärt Bechstein.
Trainer Brandt baut ein weiteres Hindernis auf und gibt Anweisungen wie geritten werden soll. Das Paar soll die Übung wiederholen, Brandt bespricht die Fehler mit seinem Schüler. Er soll die Hindernisse gerade anreiten und das Pferd nicht „vor das Hindernis drücken“. „Halt ihn doch einfach mal am Bein“, ruft Brandt. Beim nächsten Durchgang ist er zufrieden und am langen Zügel verlassen Reiter und Pferd in der untergehenden Sonne das Trainingsgelände. „Johann-Philipp ist ein fleißiger, ehrgeiziger Schüler, der Glück hat, dass ihn die Eltern so unterstützen. Er ist auf einem guten Weg und durch die kontinuierliche Arbeit hat sich das Paar enorm gesteigert“, meint Thomas Brandt – und übernimmt die nächste Schülerin.
Anne Friesenborg Autor: Anne Friesenborg, am 06.06.2012 um 15:08 Uhr
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