Celler Heimatsportler sind „Vorbilder mit Charisma“ (mit Bildergalerie)

Speedskaterin und Eissschnellläuferin Martina Smutek, Handballspieler Lars Lehnhoff und die Handballer des SV Altencelle lagen in der Gunst der Leser ganz vorn: Sie wurden gestern Abend bei der CZ-Sportlerwahl in Thaers Wirtshaus ausgezeichnet.

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CELLE. Ja, es gibt sie noch, die Sportlerehrungen in Celle, die nicht wegen klammer Kassen abgesagt werden müssen: Gestern Abend gaben sich die erfolgreichsten Celler Sportler des vergangenen Jahres bei der 60. Ehrung der CZ-Heimatsportler in Thaers Wirtshaus die Klinke in die Hand – darunter Welt- und Europameister sowie Deutsche Meister.

Einer von ihnen konnte sogar seinen Titel verteidigen: Lars Lehnhoff lag bereits im Vorjahr in der Gunst der CZ-Leser ganz vorn. Der 27-jährige Handballer des Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf, der früher beim SV Altencelle und MTV Celle spielte, hatte allerdings nicht nur Grund zur Freude. Am Donnerstag zog er sich einen Bänderriss zu. Der „Recken“-Kapitän wird seiner Mannschaft in der Liga und im Europapokal vier bis sechs Wochen fehlen. „Wir haben im Training Fußball gespielt, dabei ist es passiert“, erzählte der gebürtige Adelheidsdorfer geknickt. Schuster, bleib bei deinen Leisten ...

Bei den Frauen lag erstmals in der langen Tradition der CZ-Heimatsportlerwahl eine Wintersportlerin auf Platz eins – oder besser gesagt eine „halbe“. Denn Martina Smutek ist sowohl auf Kufen beim Eisschnelllauf unterwegs als auch auf Rollen beim Speedskaten – und in beiden Disziplinen erfolgreich. Unter anderem gewann die 33-Jährige auf dem Eis den Internationalen Mastercup, mit Rollen unter den Füßen erreichte die Athletin vom Skate-Team Celle Platz zehn über die Marathondistanz bei der Europameisterschaft. Nach ihrem „Wahlsieg“ war Smutek echt baff: „Ich bin sprachlos und freue mich wirklich wahnsinnig.“

Mannschaft des Jahres wurden die Handballer des SV Altencelle. Im vergangenen Jahr feierten sie den Aufstieg in die Verbandsliga und schlagen sich dort wacker. „Der Preis bedeutet uns sehr viel, da es ja ein Preis der Leser ist“, sagte SVA-Teammanager Reinhard Roselieb.

Mit unüberhörbarer Zustimmung aus dem SVA-Lager wurde die Idee aufgenommen, dass Bundesliga-Linksaußen Lehnhoff in einigen Jahren seine Karriere in Altencelle ausklingen lassen könnte. Auch wenn Altencelles Trainer Thomas Kahle scherzhaft grummelte: „Auf der Position habe ich bessere Leute als Lars im Kader.“

Im Beisein von Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende wies Chefredakteur Ralf Leineweber in seiner Begrüßungsrede darauf hin, dass die CZ-Heimatsportlerwahl durch die Absage der Sportlerehrung der Stadt Celle „einen noch höheren Stellenwert für Aktive und Trainer bekommen hat“. Eine solche Ehrung sei wichtig, um erfolgreiche Sportler als Vorbilder für den Nachwuchs öffentlich zu würdigen. Mende quittierte den kleinen Seitenhieb gelassen mit einem Lächeln.

Mit insgesamt 9409 Stimmen, die die Leser in den vergangenen Wochen für die Sportler abgegeben haben, war die Beteiligung besser denn je zuvor – übrigens ganz ohne eine „Aufhübschung“ der Zahlen mit Hilfe von ADAC-Methoden.

Hartmut Ostermann verkniff sich eine Schelte gegen die abgesagte Sportlerehrung der Stadt. Der Vorsitzende des Kreissportbunds unterstrich vielmehr den Wert der Auszeichnung bei der CZ-Heimatsportlerwahl, da es dabei nicht nur um sportliche Erfolge gehe. „Die Sieger bekommen ihre Titel auch wegen ihres Charismas und ihrer Vorbildfunktion. Die Wahl ist ein Spiegel der Wertschätzung, die die Athleten in der Bevölkerung genießen“, so Ostermann.

Auch Landrat Klaus Wiswe, der ein Grußwort im Namen von Stadt und Landkreis überbrachte, verwies auf die Vorbildfunktion: „Sie animieren andere Menschen, mitzumachen und sich im Sport zu engagieren.“ Auch für ihn gewinne die Wahl an Bedeutung, weil sie „auf breiter Basis stehe und von so vielen Menschen mitgetragen“ werde.

Ein kleiner Schatten lag aber doch auf der Veranstaltung: Eigentlich wollte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Celle, Axel Lohöfener, gestern in Thaers Wirtshaus einen Fairplay-Preisträger ehren. Trotz mehrfachen Aufrufes wurde aber niemand gefunden, der als preiswürdig einzustufen war. Das lag jedoch bestimmt daran, dass die Fairsten im Sport meist auch die Bescheidensten sind. Deshalb gilt mit Blick auf die 61. Heimatsportlerwahl im kommenden Jahr: Sei fair – und sprich darüber.

Gesprochen wurde gestern Abend bei kühlen Getränken und heißem Flammkuchen noch lange. Sportler haben eben immer einen direkten Draht zueinander. Egal ob Rhönradturnerin, Schwimmer oder Ruderer – am Tresen sind sie alle gleich.
Heiko Hartung Autor: Heiko Hartung, am 08.03.2014 um 10:04 Uhr
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