Heideflieger: Weniger Soldaten im Landkreis Celle

Angeführt vom Heeresmusikkorps aus Hannover marschiert die Ehrenformation am Mittwoch mit klingendem Spiel in die Halle zum Appell. Foto: Udo Genth

Umgruppierung mit gleichzeitig laufendem Einsatz in Afghanistan. Laut Kommandeur Oberst Andreas Pfeifer stemmen die Soldaten des Transporthubschrauberregimentes derzeit beides. Weihnachten könnte die Mission am Hindukusch beendet sein. Sicher ist das aber keineswegs.

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FASSBERG. Die Bundeswehrreform mit der Reduzierung von Soldaten auf 185.000 Mann wirkt sich auch auf das Transporthubschrauberregiment 10 Lüneburger Heide aus. Der Appell am Mittwoch markierte den „Startschuss für die Umstrukturierung. Wir schalten das neue System jetzt scharf”, sagt Kommandeur Oberst Andreas Pfeifer im Vorfeld des Appells.

Die Personalstärke des Regiments wird von 1300 auf 1000 Soldaten verkleinert. Dafür sparen die Heideflieger eine Führungsebene ein. Die Zahl der Staffeln wird von neun auf sechs reduziert. Bis zum 30. Juni sollen die neuen Strukturen aufgestellt sein.

„Entlassungen sind für die Umstrukturierungen nicht notwendig. Die Reduzierungen erfolgen über Ruhestandsregelungen und Versetzung an andere Standorte”, sagt Pfeifer. Von der Einstellung der Wehrpflicht waren die Heideflieger nach seinen Worten ohnehin nicht stärker betroffen, weil für die Arbeit hauptsächlich Berufs- und Zeitsoldaten notwendig sind.

Ein positiver Aspekt ist aus Sicht des Kommandeurs die Verlagerungen von Teilen des Regiments vom Lager Trauen auf den Fliegerhorst. „Mancher hat sich dort ein wenig außen vor gefühlt, obwohl das eigentlich nicht der Fall war. Das können wir so verändern”, sagt Pfeifer.

Die Einsatzfähigkeit in Afghanistan sei durch die Umgruppierung des Regimentes nicht gefährdet gewesen. „Wir hatten ein Jahr Vorlauf und haben die Personalplanungen mit den Betroffenen gut vorbereitet”, sagt Pfeifer. Er wird selber ab dem 11. April in den Einsatz gehen und als Kommodore das Einsatzgeschwader Masar-e-Sharif anführen.

Die Situation in Afghanistan beurteilt er weiterhin positiv. „Wir haben wenig Einsätze, weil die Sicherheitslage weiterhin stabil ist. Die Techniker leisten aber gute Arbeit und so haben wir viele Trainingsflüge absolviert.” Insgesamt kommen die Heideflieger auf gut 700 Flugstunden und sieben Rettungsmissionen mit Schwerverletzten. „Wir waren dabei nicht in Kampfhandlungen verwickelt, aber es gab Verletzungen aus Sprengfallen und Hinterhalten sowie Autounfällen”, berichtete der Oberst. Alle sieben Einsätze seien erfolgreich abgeschlossen worden.

Wie lange die Heideflieger ihren Dienst am Hindukusch versehen müssen, ist derzeit noch unklar. Nach dem derzeitigen Stand endet das Mandat am 31. Dezember 2014, die Soldaten wären also Weihnachten wieder in Faßberg. Allerdings ist eine Anschlussmission nicht unwahrscheinlich. „Wir bereiten uns derzeit auf beide Szenarien vor”, sagt Pfeifer. Man werde dann sehen, wie die Entwicklung in den kommenden Monaten ist. Derzeit sind in Mazar-e-Sharif vier NH-90 für Rettungsmissionen stationiert.

Tore Harmening
Tore Harmening Autor: Tore Harmening, am 19.03.2014 um 17:03 Uhr
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