Nicht nur fest im Sattel

Marcella Meinecke mit Borneo und Santino Foto: Anne Friesenborg

Reiten, Voltigieren, Kutsche fahren – die junge Pferdenärrin Marcella Meinecke aus Eicklingen hat sich mit Haut und Haar dem Pferdesport verschrieben. Etliche Titel in den verschiedenen Disziplinen unterstreichen das Talent der 14-Jährigen.

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EICKLINGEN. Marcella Meinecke aus Eicklingen ist eine vielseitige Sportlerin. Am liebsten ist sie mit dem „Partner Pferd“ unterwegs. Sie steht und turnt auf dem Pferd in der Eicklinger Voltigiermannschaft. Sie reitet Dressurprüfungen und springt über Hindernisse auf Reitturnieren. Mit einer Dressur- oder Marathonkutsche nimmt sie mit ihren Pferden an Fahrturnieren teil. Vor kurzem brachte der Postbote der 14-jährigen Sportlerin die Einladung zur Deutschen Meisterschaft im Bundesnachwuchschampionat, wo sie mit ihrem Pferd Borneo an den Fahrprüfungen teilnehmen darf.
Bei den Kreismeisterschaften in Celle erkämpfte sie sich den Titel im Vierkampf. Vor wenigen Wochen freute sie sich mit ihrem Pferd Borneo über den Kreismeistertitel im Fahren. Neben ersten Plätzen auf Kreisebene turnte sie mit der Volti-Mannschaft auf den Bezirksmeisterschaften auf den zweiten Platz und auch auf den Landesmeisterschaften in Hoya reichte es vor Kurzem zum Vizetitel.
Neben den Trockenübungen auf dem hauseigenen Turnbock geht es für Marcella Meinecke jede Woche zweimal zum Voltigiertraining in die Halle. Jede Figur wird am Boden geübt und erst wenn es richtig klappt geht es aufs Pferd. „Am Voltigieren mag ich die Vielseitigkeit der Übungen, die auf dem Pferd möglich sind. Und die Gemeinschaft in der Gruppe, dass man sich auf jeden verlassen kann und muss“, erzählt die Turnerin, die die Musik von Usher und Olly Murs gerne mag.
Bereits mit drei Jahren begann sie mit dem Voltigieren und als sie mit fünf Jahren vom Opa das Shetty Nikolaus geschenkt bekam, begann sie mit dem Reiten. Mit sieben Jahren übernahm sie die junge Deutsche Reitponystute Sternschnuppe. Marcella erinnert sich mit leuchtenden Augen an die Ausritte über die Stoppelfelder, an die Schlittenfahrten im Schnee. Als die Reiterin aus dem Ponysattel herausgewachsen war, machte sie mit zehn Jahren ihr Fahrabzeichen für die Kutsche – gezogen von der treuen Sternschnuppe. Noch im gleichen Jahr gewann sie beim Landesjugendcup den ersten Titel. Die Erfolge im Fahren kommen nicht von ungefähr: Ihr strenger Trainer ist Opa Ekkert Meinecke – mehrfacher Weltmeister im Zweispänner- und Vierspänner-Fahren.
Wenn das junge Fahrtalent ihre Dressurkutsche mit Borneo auf die Bundesstraße lenkt und dreimal die Woche zum Dressurplatz fährt, sitzt Ekkert Meinecke daneben. Ganz genau hat er die Leinen im Blick, die Marcella fest in der Hand hat, und gibt Anweisungen. Auf dem Weg zum Trainingsplatz fährt das Gespann Schlangenlinien um sich aufzuwärmen. „Das ist wichtig zum Lösen der Muskulatur, um die Elastizität herzustellen. Eine gute Dressur ist oberstes Gebot für ein erfolgreiches Fahren“, erzählt Ekkert Meinecke. Auf dem Übungsplatz werden die aufgestellten Kegel im Trab umfahren. „Stell den Kopf mehr nach links, ja so ist es gut. Fahre eine Volte und setzt dich gerade hin“, fordert der erfahrene Lehrer. Konzentriert werden Hufschlagfiguren geübt, auf deren Genauigkeit es besonders ankommt. Die Übergänge in die verschiedenen Gangarten und das Halten müssen auf dem Punkt klappen. Marcella Meineckes Pferde sind straßensicher und können gefahren, geritten und zum Voltigieren eingesetzt werden. „Als meine Freundin konfirmiert wurde, habe ich sie im Zweispänner von der Kirche abgeholt und nach Hause gefahren“, erzählt Marcella lachend.
Während des Trainings regnet es. Aber erst als die ersten Blitze am Himmel zucken, geht es zurück zum heimischen Stall – Übung macht schließlich den Meister.
Anne Friesenborg Autor: Anne Friesenborg, am 31.07.2012 um 13:09 Uhr
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