An Lastwagen angekettet: Gegner protestieren gegen Wietzer Schlachthof

Gegner des Wietzer Schlachthofs haben am Montagmorgan die Zufahrten zum Gelände blockiert. Eine Person hatte sich an an einen Lastwagen angekettet. Foto: Alex Sorokin

Bei einer Protestaktion des Bündnis für Tierbefreiung haben 22 Gegner des Schlachthofs in Wietze am Montagmorgen die beiden Zufahrten zum Gelände der Celler Land Frischgeflügel GmbH der Rothkötter Unternehmensgruppe blockiert. An der Protestaktion war laut Polizei niemand aus dem Landkreis Celle beteiligt.

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WIETZE. Nach Polizeiangaben hatte sich ein 45 Jahre alter Mann aus Bayern an der Hauptzufahrt zum Schlachthof an einen blockierten Sattelauflieger angekettet. Er wurde um 10.20 Uhr unverletzt gelöst, wie Polizeisprecher Rüdiger Flader auf CZ-Nachfrage mitteilte.

In einem weiteren Fahrzeug hatten sich zwei Frauen ebenfalls vor der Hauptzufahrt zum Schlachthof an einem mit Beton gefüllten Klotz angekettet, der durch den Fußraum des Autos mit der Fahrbahn verbunden ist. Darum hatte sich eine Menschenkette gebildet, die mit Plakaten ("Umweltzerstörung und Tierausbeutung unmöglich machen") gegen den Schlachthof protestierte. Die Menschenkette wurde um 10.30 Uhr aufgelöst. Verletzt wurde niemand. Die beiden Frauen befinden sich laut Flader noch in dem Fahrzeug und sollen daraus gelöst werden.

An der Feuerwehrzufahrt hatten sich zwei Personen an ein Betonfass gekettet, das an dem Zaun befestigt war. Sie wurden um 11.15 Uhr unverletzt gelöst.

Flader betonte, dass die Protestaktion friedlich verlaufen sei. Von den insgesamt 22 Schlachthofgegnern kam niemand aus dem Landkreis Celle. Neben dem Mann aus Bayern waren Personen unter anderem aus Hamburg und Hannover an der Protestaktion gegen den Schlachthof beteiligt. Der Produktionsbetrieb war durch die Aktion eingeschränkt worden.

Die Tierschutzaktivisten schlossen sich den europaweit dezentralen Blockupy Protesten an, hieß es in einer Pressemitteilung des Bündnis für Tierbefreiung. "Als Teil einer emanzipatorischen Bewegung sehen wir unsere Aktion im Zusammenhang mit diesen Auseinandersetzungen und stellen uns gegen die Ausbeutung und Tötung von Tieren, gegen die Entfremdungs- und Unterdrückungsprozesse, denen die in den Betrieben arbeitenden Menschen ausgesetzt sind, gegen die mit der Fleischproduktion verbundenen Herrschaftsverhältnisse gegenüber Menschen aus kolonialistisch unterworfenen Ländern und gegen die Zerstörung der Umwelt“, hieß es in der Mitteilung.

Der Wietzer Schlachthof gilt als einer der größten in ganz Europa. Mit zwei genehmigten Schlachtlinien besteht eine Gesamtkapazität von rund 2,6 Millionen Hähnchen - pro Woche.
Christoph Zimmer Autor: Christoph Zimmer, am 19.05.2014 um 17:15 Uhr
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von WOLRÖHL (Wolfgang Röhl), am 21.05.2014 23:12:05

"In unserem demokratischen Land darf ja Jeder für und gegen Etwas protestieren. So weit, so gut oder auch nicht. Von diesem Grundrecht wird ja mittlerweile überhand Gebrauch gemacht ohne Rücksicht auf die bei weitem überwiegende "schweigende" Mehrheit. Doch laut schreien und protestieren scheint ja "In" zu sein. Ich frage mich allerdings immer wieder, wovon diese Berufsprotestierer ihren Lebensunterhalt bestreiten. Etwa durch Hartz IV von diesem doch so verhassten Staat??? Wobei wir Bürger der Staat sind und für den Lebensunterhalt auch dieser Mitbürger(?)die diesen Staat bekämpfen, aufkommen müssen. Jeder hat aber auch das Recht darauf seine persönlichen Entscheidungen, soweit sie nicht gegen geltendes Recht verstoßen, unangetastet zu lassen. Insofern kann ich die Entscheidungen, Menschen, die sich in Beton "eingießen" zu befreien, nicht nachvollziehen. Diese Menschen kann man doch zur Seite räumen, damit der Verkehr wieder fließt und unbeteiligte Verkehrsteilnehmer nicht mehr als nach den Umständen unvermeidbar behindert oder belästigt werden, wieder in ihr volles Grundrecht versetzt werden. Die Einbetonierten sollten nicht auf Kosten der Allgemeinheit befreit werden. Sollen sie oder ihre Mitstreiter dafür sorgen, dass sie sich wieder bewegen können. Jeder Polizeieinsatz, der über reine Ordnungsmaßnahmen in solchen Fällen hinausgeht ist meiner Ansicht nach gründlich zu untersuchen, ob hier nicht in unzulässigerweise Steuermittel verschwendet werden. Wer sich selbst einbetoniert soll gefälligst sehen, wie er oder sie ohne Hilfe der von uns Allen bezahlten Staatsorgane wieder aus der selbstverschuldeten Situation herauskommt. Meine Steuern möchte ich nicht dafür verwendet wissen. Dies gilt natürlich nicht nur für Demos bei Rothkötter, sondern für alle gleichgelagerten…"

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