Manfred Gerlach zeigt „sein“ Faßberg

In diesem Haus im Faßberger Jägerweg wurde Manfred Gerlach 1938 geboren. Foto: Udo Genth

Über Jahrzehnte haben sie in ihren Orten gelebt. Wie sehen diese Urgesteine eigentlich ihre Gemeinde, was haben sie erlebt? Die CZ ist über den Sommer mit ihnen im Celler Land unterwegs, um mal einen anderen Blick auf die Region zu werfen. Heute beginnen wir in Faßberg mit Manfred Gerlach. Er fühlt sich dort wohl und würde nie dort wegziehen.

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FASSBERG. Damals, 1938, waren Hausgeburten auf dem Land üblich. Manfred Gerlach wurde in jenem Jahr in Faßberg geboren. Ihm half ein Militärarzt auf die Welt, „Hebammen gab es damals nicht“, sagte Gerlach heute. Auf dem nahen Fliegerhorst, der in den Jahren 1933 bis 1935 in der vormaligen Schlichternheide aus dem Boden gestampft wurde, standen Militärärzte zur Verfügung, die alle Bewohner Faßberg mitversorgten. Der Ort selbst wurde im Anschluss an den Fliegerhorst gebaut und ist also recht neuen Datums. Deshalb gibt es dort keine geschichtsträchtigen Bauten, aber einige Häuserreihen sind als „historisches Ensemble“ registriert. Ein Haus der so genannten „Roten Siedlung“ war Gerlachs Elternhaus, es steht heute noch (nur die Hausnummer wurde von ursprünglich „17“ in „35“ geändert).

Dicht dabei ist der Brunnenplatz. Der Brunnen mit einer Hänsel-und-Gretel-Skulptur steht am Rande des Platzes. Das hatte seinen Grund, weil somit nahezu das gesamte Areal als Aufmarsch- und Appellplatz genutzt werden konnte. Der heutige Brunnen mit Figur ist eine Nachschöpfung. Eine vom Platz wegführende Straße wurde 2003 „Unter den Linden“ getauft, was ganz passend ist, da sie zur Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin führt. In ihr werden Exponate aus der Zeit der Versorgung des blockierten Berlin 1948/49 gezeigt, Faßberg war seinerzeit ein Hauptpfeiler dieser Luftbrücke. Das herausragende Schaustück der Sammlung ist eine originale Douglas DC 3 / C 47 „Dakota“.

In den 80er Jahren wurde Faßbergs Ortsmitte neu gestaltet. Vorher war sie praktisch leer und wurde „Hungerwiese“ genannt, weil hier das Pferd des Milchausfahrers meist vergeblich nach Gras suchte. Dort steht seit 1971 das Rathaus, sind Geschäfte angesiedelt sowie neuerdings ein Seniorenwohnheim. Am anderen Ende von Faßberg, hinter dem Ortsausgang nach Müden, wurde 1970 das Schwimmbad „Herrenbrücke“ errichtet. Es erfreut sich einer hohen Besucherresonanz.

Seit 2001 im Ruhestand, wohnt Manfred Gerlach in einem schmucken Haus in Faßberg, knapp zwei Kilometer von seinem Geburtshaus entfernt. Er fühlt sich mit seiner Frau sehr wohl und wird nie aus dem Ort wegziehen, wie er betont.

Udo Genth Autor: Udo Genth, am 02.07.2014 um 12:03 Uhr
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