Hohnes Wandel vom Öl- zum Ökodorf

An der Himmelfahrtskirche in Hohne hat Gerd Otte seinen Lieblingsplatz. Zu den wichtigen Punkten in seinem Dorf zählt er (von oben) den Dorfplatz mit der alten Ölpumpe, das Waldbad und den Gutshof. Foto: Benjamin Westhoff

Er ist zweitältester Bewohner im Dorf, in Hohne geboren und aufgewachsen. Nicht nur sein Alter macht Gerhard Otte zu einem wahren Urgestein, sondern vor allem seine Kenntnisse über die Dorfgeschichte. Festgehalten wurde sein Wissen in der Chronik der Feuerwehr und in einem dreibändigen Werk der Hohner Dorfgeschichte.

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HOHNE. Auch während seiner langen Tätigkeit als Kirchenführer konnten die Zuhörer an seinen Erfahrungen teilhaben und amüsiert seinen Anekdoten lauschen. Die Himmelfahrtskirche ist Ottes Lieblingsplatz im Dorf. Da sein Vater Organist war, wurde die Kirche zum „Spielplatz" seiner Kindheit. „Die alte Kirche hatte ihren Ursprung im Jahr 1340, sie ist im 30-jährigen Krieg abgebrannt und wurde 1913 neu gebaut", erzählt Otte, während er das große Gebäude mit dem Storchennest betrachtet. So feierte Hohne 2013 nicht nur das 100-jährige Kirchenjubiläum, sondern auch das 700-jährige Bestehen des Dorfes. Das Datum geht auf die erste urkundliche Erwähnung zurück. Otte ist sich jedoch sicher, dass der Ort älter ist.

Der nächste Weg führt zum Rittergut in der Dorfstraße, einem alten Gutshof und dem „vermeintlich ersten Gebäude in Hohne". Ein schöner Hof mit großem Garten, in dem jährlich der Weihnachtsmarkt stattfindet. Neben dem Haupthaus befinden sich die alte Brennerei und das Zehnthaus, in dem die Bauern früher ihre Abgaben für den Landesherrn einlagerten.

Die Industrialisierung veränderte die Struktur des landwirtschaftlich geprägten Dorfes. Auf dem Dorfplatz vor der Feuerwehr zeigt eine alter Pumpenbock, von den Dorfbewohnern auch als „Nickermann" bezeichnet, ein kleines Stück Industriegeschichte. Als Mitarbeiter der RWE-DEA erlebte Otte den Erdölboom in den 50er bis 80er Jahren. Durch die Hinwendung zu einer zukunftsorientierten Energieversorgung entwickelte sich das ehemalige „Öldorf" zu einem „Ökodorf" des 21. Jahrhunderts mit Windpark, Solar- und Biogasanlagen.

Der Strukturwandel in den letzten Jahrzehnten führte in der Landwirtschaft zu einer Aussiedlung von Stallungen, Feldarbeiten werden heute vermehrt von Lohnunternehmen übernommen. „Bis zum ersten Weltkrieg war Hohne ein typisches Bauerndorf", sagt Otte. Weite Getreidefelder und alte Bauernhäuser erinnern noch heute an diese Zeit. Besonders gern mag Otte den alten Speicher vom früheren Vollhof Kaues-Hoff, der 1983 umgesetzt und restauriert wurde.

Als letzten Ort zeigt Otte stolz das Waldbad Hohne-Spechtshorn. 1954 wurde es von DEA für die Mitarbeiter gebaut, heute ist es in der Hand des Fördervereins. Mit Rutsche, Spielplatz und Sportfeldern ist es Hohnes beliebteste Freizeitanlage.

Johanna Hasse Autor: Johanna Hasse, am 15.08.2014 um 15:49 Uhr
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