801 Soldaten des Celler Heideregiments fallen bei Marne

Major Paul Bode (Zweiter von rechts), hier bei einem Manöver in Munster im Juni 1914, führt das Heideregiment durch die Schlacht an der Marne. Foto: Stadtarchiv Celle

In den ersten sechs Wochen des Krieges werden 46 Offiziere und 1917 Unteroffiziere und Mannschaften der 77er getötet oder verwundet. Allein in der viertägigen Schlacht an der Marne fallen 801 Männer des Celler Heideregiments.

Am 6. September 1914 beginnt für die 77er die Schlacht, die sich für das Deutsche Reich zum „Drama an der Marne“ entwickelt. Major Paul Bode führt das Regiment ins Gefecht um das Dorf Courjeonnet. Trotz massiven Widerstands von französisch-marokkanischen Einheiten gelingt es, „in wenigen Vormittagsstunden das hartnäckig verteidigte Dorf in schneidigem Vorlaufe“ einzunehmen, heißt es in der Regimentsgeschichte. Die 77er machen viele Gefangene, erbeuten vier Fahnen und „requirieren“ mehrere Schimmelmaultiergespanne, von denen einige bis zur Demobilisierung in Celle beim Regiment bleiben.

Am 7. September erstürmt das Heideregiment unter schwersten Verlusten die Höhen südlich des Petit Morin. In der Nacht wird das Regiment jedoch wieder auf das Nordufer zurückgezogen, nur um am nächsten Morgen den gleichen schweren Weg noch einmal gehen zu müssen. Der Unmut in der Truppe ist groß, aber der Befehl wird ausgeführt.

Am 9. September halten die 77er die erreichte Stellung und wehren einen starken Angriff ab. Um vier Uhr nachmittags kommt dann der Befehl zum sofortigen Rückzug nach Etogès, was Entrüstung in der Truppe auslöst. Die deutsche Offensive ist gestoppt.

Während der Neuordnung beim Fort de la Pompelle am 12. September verteilt der Regimentskommandeur die ersten Orden, Eiserne Kreuze II. Klasse. „Voller Stolz trugen die Beliehenen ihre Auszeichnungen, die sie sich durch ihre Tapferkeit in den Kämpfen bei Tamines und Guise verdient hatten.“

Florian Friedrich Autor: Florian Friedrich, am 11.09.2014 um 17:39 Uhr
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