83-Jährige stirbt im Celler AKH: Angehörige bedrohen Personal

AKH nimmt verlegten Haupteingang in Betrieb Foto: Peter Müller (Archiv)

Nach dem Tod ihrer 83-jährigen Verwandten haben kurdisch-stämmige Angehörige der Frau das Personal der Intensivstation des AKH bedroht. Erst der Polizei gelang es, die trauernden Familienmitglieder zu beruhigen.

CELLE. "Ihr habt unsere Mutter sterben lassen, wir töten Euch." Mit bedrohlichen Ausrufen wie diesem sah sich am späten Sonntagabend, 14. September, das Personal der Intensivstation des AKH konfrontiert. Auf Nachfrage der CZ hatte die Celler Polizei den Vorfall gestern bestätigt. Demnach hatten kurdisch-stämmige Verwandte einer 83-Jährigen auf der Station randaliert, nachdem die Frau kurz zuvor trotz Reanimationsversuchen verstorben war.

Der Vorfall ereignete sich etwa gegen 22 Uhr. Stunden zuvor war die Patientin, die nach Auskunft von AKH-Sprecherin Franziska Bauermeister schon länger erkrankt war, auf die Intensivstation verlegt worden, weil sich ihr Zustand verschlechtert hatte. Angehörige der Frau saßen bei ihr am Krankenbett. Als es ihrem Bettnachbarn plötzlich schlechter ging, wurden die Verwandten aus dem Zimmer geschickt. Ein übliches Verfahren, der Patient musste reanimiert werden.

Eine Stunde später musste auch die 83-Jährige wiederbelebt werden, parallel zu dem anderen Patientin. Doch alle Versuche, sie zu retten, schlugen fehl. Die Frau verstarb. Als den Angehörigen, dies mitgeteilt wurde, verloren einige die Beherrschung. Andere Verwandte wurden herbeitelefoniert. Nach Angaben der Polizei seien etwa "25 Personen aufgeschlagen". Ein Teil der Angehörigen begann, das Pflegepersonal zu beschimpfen. Doch besonders die Ärztin stand im Mittelpunkt der verbalen, aggressiven Angriffe. "Sie hat sich in ihr Zimmer eingeschlossen", sagte AKH-Sprecherin Bauermeister.

Unterdessen verloren einige der Verwandten vollends die Beherrschung. Während vor allem die Frauen gemäß den Trauerritualen melodische Gebete sprachen oder weinend zu Boden stürzten, wurde von anderen Angehörigen ein Schrank umgerissen. Auch ein Rollwagen wurde zertrümmert. Eine Scheibe ging zu Bruch.

Das Sicherheitspersonal des Allgemeinen Krankenhauses, das zu dieser Zeit aus einer Person bestand, konnte die Lage nicht beruhigen. Die AKH-Mitarbeiter riefen die Polizei. Drei Streifenwagenbesatzungen brachten die Situation dann unter Kontrolle. "Es waren wohl nicht alle feindselig. Einige haben versucht, ihre Angehörigen zu beruhigen", so Polizeisprecher Thorsten Wallheinke. Beim AKH will man den Vorfall aufarbeiten. "Wir werden unsere Schlüsse daraus ziehen", kündigte Bauermeister an.

Gunther Meinrenken Autor: Gunther Meinrenken, am 16.09.2014 um 20:33 Uhr
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