Celler mit 14 Jahren schon Soldat

Rund 80 Celler im Alter zwischen 16 und 19 Jahren beteiligen sich an den militärischen Übungen der Jugendwehr. Auch die Jugend im Landkreis hat die Möglichkeit, soldatische Fähigkeiten zu trainieren. Angeleitet von beurlaubten Offizieren und Soldaten wird die Jugend auf Gehorsam und Pflichterfüllung eingeschworen. Motivierend soll wohl wirken, dass der jüngste Soldat im deutschen Heer Celler Wurzeln hat.

Die Jugendpflege widmet sich 1914 vor allem dem Gedanken der militärischen Vorausbildung und schlichter Pflichterfüllung. Zum Ziel wird „das Zusammenhalten und Sammeln der Jugendlichen, die in dieser ernsten Zeit mehr denn je der Führung und der Ertüchtigung bedürfen, da wir nicht wissen, ob das Vaterland sie nicht doch braucht“.

Ein gemeinsamer Erlass des preußischen Kriegsministers, des Kultusministers und des Innenministers vom 16. August 1914 fordert alle Jugendlichen ab dem 16. Lebensjahr auf, in die Jugendwehr einzutreten und sich an militärischen Vorbereitungsmaßnahmen zu beteiligen. Die weibliche Jugend ist hingegen aufgerufen, sich für Fürsorge und Unterstützung bedürftiger Familien und im vaterländischen Frauenverein einzusetzen.

Celles Landrat Dietrich von Harlem ruft am 16. September in der Celleschen Zeitung die heranwachsende Jugend auf, sich anzumelden. Eltern, Arbeitgeber und Lehrherren bittet er, die „erforderliche Zeit zur Teilnahme an der Ausbildung zu gewähren“. Meldestellen sind die Lehrer in Bergen, Eschede, Hermannsburg, Lachendorf, Wathlingen und Winsen. Für Celle veröffentlicht Oberbürgermeister Wilhelm Denicke bereits am 12. September einen ähnlichen Aufruf. Jugendliche aus der Stadt und ihrem nahen Umland sollen sich demnach beim Jugendpfleger Sauerbrey melden, der auch stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbandes im Jungdeutschland-Bund ist.

Am 22. September 1914 erfahren die Leser der Celleschen, dass sich in der Stadt „gegen 80 schulentlassene Jünglinge von 16–19 Jahren an den Übungen der Jugendwehr“ beteiligen. Die Anleitung der Jugendlichen übernehmen beurlaubte Soldaten und Offiziere. Als Erkennungszeichen tragen die Mitglieder der Jugendwehr Armbinden in den Landesfarben. Die Teilnahme wird bescheinigt und erleichtert später die Aufnahme in Heer und Marine.

Unter der Überschrift: „Der jüngste Soldat der deutschen Armee ein Cellenser“ berichtet die CZ bereits am 4. September 1914 darüber, dass der noch nicht einmal 15 Jahre alte Kadett Helmut Billert in ein Ersatzbataillon eingetreten ist. Er sei Abgänger der Hauptkadettenanstalt Lichterfelde bei Berlin und habe Celler Wurzeln, denn seine Mutter ist eine geborene Langebartels. Zehn Tage später wird dieser zweifelhafte Ruhm zurückgenommen, denn nun gilt Adolf Jaeckel aus Breslau mit vierzehneinhalb Jahren als jüngster Soldat der deutschen Armee.

Florian Friedrich Autor: Florian Friedrich, am 18.09.2014 um 14:59 Uhr
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