Celler 77er: Im Wildgarten ist was los

Verleihung Eiserner Kreuze durch den Regimentskommandeur in Neufchâtel am 14. Oktober 1914. Anzeige oben: Die hohen Verluste des Heideregiments machen die sofortige Mobilisierung neuer Freiwilliger notwendig. Foto: Stadtarchiv Celle, Cellesche Zeitung vom 22. September 1914

Während das Heideregiment an der Front große Verluste erleidet, wird in Celle bereits die dringend notwendige Verstärkung ausgebildet.

„Den Wildgarten bevölkern gewissermaßen zwei militärische Gegensätze: die jüngsten und die ältesten Vaterlandsverteidiger, und es ist herzerfreuend, welch schmucken, kraftvollen Eindruck beide machen“, schreibt die Cellesche Zeitung bereits am 2. September. „Das flotte frische Aussehen dieser jüngsten Marssöhne und ihr Diensteifer gibt die Gewähr, daß sie es vor dem Feinde den älteren Jahrgängen gleich tun werden.“ Am Sonntag, 13. September, werden über 2000 Kriegsfreiwillige und Reservisten auf dem Kasernenhof in Celle vereidigt. In mehreren Transporten ziehen die Ersatztruppen zum Regiment und machen in der Kaserne Platz für neue Freiwillige.

Die erste Verstärkung für das Heideregiment hat Celle bereits am 3. September verlassen. Die beiden Ersatzkompanien bekommen unterwegs aber den dringenden Befehl, sich dem Reserve-Infanterieregiment 16 anzuschließen und die Höhen zwischen Courtecon und Cerny zu erstürmen, gegen das britische Expeditionskorps. Über 40 Prozent der beiden 77er-Ersatzkompanien fällt dabei oder wird verwundet. Das Regimentsbuch hält fest: „Der 22.9. wurde ein Ehrentag für die beiden Kompanien, da 9 Eiserne Kreuze ihr tapferes Verhalten belohnten.“ Erst am 28. September marschieren die Überlebenden der ersten und zweiten Ersatzkompanie der 77er weiter zum Ruhequartier des Regiments in Neufchâtel.

Die CZ veröffentlicht am 26. September die erste amtliche Verlustliste der 77er. Indes werden lediglich die Verluste des dritten Bataillons genannt. Unter den Namen der 58 Toten, 98 Verwundeten und 24 Vermissten sind auch 14 Männer aus Stadt und Kreis Celle.

Florian Friedrich Autor: Florian Friedrich, am 25.09.2014 um 18:28 Uhr
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