Kriegsfreiwillige verstärken Celler Heideregiment

Der Stab des dritten Bataillons des Heideregiments im Oktober 1914. In der zweiten Reihe, (sitzend von links) Stabsarzt Dr. Linkenheld, Bataillonskommandeur Hauptmann Wilhelm Grißtede und Hauptmann der Reserve Georg Vietmeyer. Foto: Stadtarchiv Celle

Am 13. Oktober 1914rücken die 77er von der Westfront ab und beziehen die Ruhequartiere in Fresnes und Bourgogne. Dort trifft am folgenden Tag ein großer Transport mit Verstärkung aus Celle ein. Hauptmann der Reserve Georg Vietmeyer kommt mit 24 Offizieren und 620 Kriegsfreiwilligen an.

Die Neuankömmlinge werden auf die Kompanien aufgeteilt. Vietmeyer wird Chef der 10. Kompanie. Die Gefechtsstärke des Regiments beträgt nun wieder 59 Offiziere und 2044 Mann.

Bereits am 17. Oktober löst das Heideregiment das Infanterieregiment 92 ab. Die Kriegsfreiwilligen kommen zum ersten Mal an die Front. Helmut Viereck schreibt dazu in der Regimentsgeschichte: „Und vom Feinde war garnichts zu sehen, höchstens daß man mal nachts auf Patrouille ein paar graue Gestalten hinhuschen sah, von denen man aber kaum genau wußte, ob es Freund oder Feind war. Sie hatten sich den Krieg doch anders vorgestellt, sie hatten frische Sturmangriffe mit Hurra und Handgemenge erwartet, so wie sie es in der kurzen Ausbildungszeit auf dem Arloh gelernt hatten.“

Stattdessen liegen die Soldaten in Erdlöchern, halten zwei Stunden Wache und haben dann vier Stunden Ruhe. Sobald es dunkel ist, wird an Gräben und Stacheldraht gearbeitet. Abwechslung bringen die Patrouillen. Übereifrige und Schießwütige unter den Freiwilligen werden jedoch „zurückgepfiffen“. Die Neuen werden von einigen als „Kriegsmutwillige“ oder sogar als „freche Banditen“ gesehen. Zwar sind sie in Celle nur acht Wochen militärisch ausgebildet worden, brennen aber darauf, sich endlich zu bewähren.

In der Nacht des 20. Oktober wird das Heideregiment vom Reserve-Infanterie-Regiment 15 abgelöst und marschiert in die Ruhequartiere in Neufchâtel, Pignicourt und Menneville. Hier bleibt das Regiment bis zum 27. Oktober. „Die Tage waren mit dem üblichen Dienst ausgefüllt, während in der Freizeit die warmen Oktobertage mit ihrer schönen Sonne zu Spaziergängen am Kanal und in die Umgebung benutzt wurden.“ (flf)

Florian Friedrich Autor: Florian Friedrich, am 23.10.2014 um 16:04 Uhr
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