Letzte Übung vor dem Ernstfall

Eine letzte Großübung absolvierten Soldaten des Transporthubschrauberregimentes 10. Ab April werden sie nach Afghanistan verlegt. Foto: Volker Schubert

Erst im Mai 2011 haben die Heidflieger die neuen Hubschrauber bekommen. Jetzt müssen sie damit in den Einsatz nach Afghanistan. Der Kommandeur sieht seine Soldaten gut vorbereitet auf die extremen Anforderung, die ab April auf sie zukommen.

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FASSBERG. Es war die letzte Übung vor dem Ernstfall. Unter dem Namen „Decisive Dragon” trainierten die Soldaten vom Fliegerhorst Faßberg für den Einsatz, der ab April in Afghanistan ansteht. Der Name der Übung ist dabei Programm.

Übersetzt heißt er soviel wie „der Drache, der den Unterschied macht”. Im Ernstfall vielleicht den Unterschied zwischen Leben und Tod. Denn die Hubschrauber vom Typ NH 90 werden als Luftretter agieren, wenn nötig auch in der Kampfzone.

Wie real die Gefahr ist, beschreibt der Oberstabsgefreite Jens Harmsen, der im Herbst 2012 mit einem CH53-Hubschrauber in die Kampfzone fliegen musste. Das war der Moment, als er anfing zu beten. Während der Operation in Nord-Afghanistan wurde der junge Bordschütze in schwere Gefechte mit Taliban verwickelt. „Wir feuerten unter heftigem Feindbeschuss zurück“, erzählt der 25-Jährige, dessen Name aus Sicherheitsgründen geändert ist. Der Bordschütze, der jetzt am Maschinengewehr des NH 90 seinen Dienst verrichtet, kehrte unversehrt zurück. Er geht nach eigener Aussage auch ohne Angst in seinen vierten Auslandseinsatz, wenn er im April nach Mazar-i-Sharif verlegt wird, zusammen mit 64 anderen Soldaten vom Fliegerhorst.

Der Regimentskommandeur der Heideflieger, Oberst Andreas Pfeifer, sieht seine Soldaten inzwischen gut gerüstet. „Die letzte Übung hat deutlich gemacht, dass die ersten beiden Kontingente einsatzbereit sind”, sagt Pfeiffer.

Innerhalb von 15 Minuten sollen die Hubschrauber in Nord-Afghanistan abheben, sobald sie angefordert werden. „Die Herausforderung liegt darin, in dieser Zeit alle Informationen zu haben, die für den Flug wichtig sind“, sagt Pfeifer. Dazu gehören andere Flugbewegungen zum Beispiel durch Drohnen oder auch Jets, Wetterdaten und die Einschätzung, wie es im Landegebiet aussieht – eben die Frage nach einer Gefechtssituation. Die NH 90 fliegen immer zu zweit. Während ein Hubschrauber landet, sichert der andere mit Bordschützen wie Jens Harmsen aus der Luft den Rettungseinsatz.

Vier Hubschrauber werden aus Faßberg an den Hindukusch verlegt. Zwei stehen rund um die Uhr für den Einsatz bereit, zwei weitere dienen als Reserve, um die Bereitschaft zu garantieren. Für Mensch und Maschine werden die klimatischen Bedingungen zur Herausforderung. Extreme Temperaturen, vor allem aber der Staub setzt den mechanischen Teilen zu. „Wir haben allerdings durch ein Training in New Mexico in den USA wertvolle Erfahrungen gesammelt”, sagt Pfeifer. Die NH 90 sind inzwischen nach seiner Aussage auch technisch sehr weit ausgereift.

Wie lange die Heideflieger in Afghanistan ihren Dienst versehen müssen, ist unklar. „Solange dort unten aber deutsche Soldaten stationiert sind, werden wohl Rettungsflieger notwendig sein”, so der Kommandeur. Die Soldaten werden alle vier Monate ausgetauscht, die NH 90 müssen gut ein Jahr ihren Dienst versehen, bevor neue Maschinen sie ersetzen.

Tore Harmening

Tore Harmening Autor: Tore Harmening, am 19.02.2013 um 17:46 Uhr
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